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So, Richard, dann erklär‘ Mal

Geschrieben von Isabel Schröder

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Es ist Ende Februar und das heißt: „Flower Power“-Zeit! Es jährt sich unsere Rosenaktion zur Stärkung von Frauen – rund um den Weltfrauentag am 08. März.

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen, in diesem Jahr haben wir uns mit der Schauspielerin Lea Marlen Woitack zusammengetan, um zu ergründen, wo die Blumen herkommen, bevor man sie bei unseren heimischen Floristen oder in Supermärkten kaufen kann. Lea unterstützt uns schon seit einem Jahr immer wieder bei Aktionen und Kampagnen, wie der Rosenaktion und jetzt will sie es noch genauer wissen:

Wie macht Fairtrade einen Unterschied? Wo kommen meine Blumen her und was hat dies mit der Stärkung von Frauen zu tun?

Dafür ist Lea mit uns nach Kenia geflogen, einem der wichtigsten Produktionsländer von Blumen weltweit. Strategisch klug war es sicher, am Anfang unserer Reise den „Flower Manager“ Richard von Fairtrade Africa zu treffen. Das Gespräch hat über eine Stunde gedauert und war sehr informativ – hat unsere Köpfe aber ebenso zum Qualmen gebracht. Zum Glück haben wir unseren Austausch als Sprachmemo aufgenommen – konkrete Passagen werden genau an dieser Stelle in Kürze folgen. Geht aus technischen Gründen und meiner Geduld derzeit leider nicht. Folgend trotzdem ein paar Eindrücke:

Nach sehr vielen Informationen ist es auch Richard nur lieb, dass unsere nächste Station eine Fairtrade-zertifizierte Blumenfarm sein wird: „Dort werdet ihr sehen, was ich euch gerade erklärt habe“. Alles klar, wir sind gespannt!

Wer nicht auf das Interview warten kann, und bereits jetzt mehr Informationen zum Blumensektor braucht, möge bitte unser Flower Power-Special besuchen: www.fairtrade-deutschland.de/flowerpower

Folgend auch noch eine aktuelle Infografik von WISO:

Unserem Fact Sheet zu Fairtrade-Blumen und -Pflanzen kann man wunderbar entnehmen, warum der faire Handel mit Blumen und Pflanzen so wichtig ist:

Für Entwicklungsländer spielt die Blumen- und Pflanzenindustrie eine sehr bedeutendere Rolle. Sie bietet tausenden Menschen einen Arbeitsplatz. In Kenia sind es beispielsweise 100.000 Arbeitskräfte. Die Blumenindustrie beeinflusst somit indirekt das Leben von knapp zwei Millionen Menschen des Landes. Nach Tee sind Blumen die zweitgrößte Devisenquelle für Kenia.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Frauen machen ungefähr die Hälfte der Beschäftigten auf Blumen- und Pflanzenfarmen aus. Sie sind als Pflückerinnen oder in den Verpackungshallen tätig. Viele sind alleinerziehend, ihr Bildungsstand ist meist niedrig. Oft kennen sie ihre Rechte als Abeitnehmerinnen nicht. Niedrige Löhne und mangelnde Arbeitssicherheit verschlechtern die Situation. Fairtrade hat das Ziel, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Dazu gehören feste Arbeitsverträge, Versammlung und Gewerkschaftsfreiheit, Mutterschutz, klare Arbeitszeitregelungen, sowie Schutzkleidung und Trainings zum sicheren Umgang mit Chemikalien. Für die Farmen gelten außerdem strenge Umweltkriterien. Wassersparende Bewässerung, Kläranlagen, Kompost- und Müllmanagement sind ebenfalls Bestandteile der Fairtrade-Standards.

Optimale Klimabedingungen für den Anbau

Auch aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, sich für Blumen aus Übersee zu entscheiden. Trotz Luftfrachttransport haben Fairtrade-Blumen beispielsweise aus Äthiopien und Kenia eine wesentlich günstigere Energie- und CO2-Emissionsbilanz als einheimische Rosen. Das belegen verschiedene unabhängige Studien. Die Blumen mit dem Fairtrade-Siegel verursachen bis zu 5,5 Mal weniger Kohlendioxid und benötigen 6,5 Mal weniger Energie. Dafür gibt es einen einfachen Grund: In Kenia und Tansania gedeihen sie in einem für Blumen idealen Umfeld, wo keine Beheizung nötig ist.

Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte

Die Blumenfarmen erhalten zusätzlich zum Exportpreis eine Fairtrade-Prämie ausbezahlt. Diese beträgt zehn Prozent dieses Preises und kommt direkt den Beschäftigten zugute. Das von der Belegschaft gewählte Fairtrade-Prämienkomitee entscheidet über die Nutzung des Geldes.

 

 

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