Mit Stolz zeigt uns Fredy Alexander Pérez „seine“ Finca. Sie ist das Herzstück von Comsa. Hier wird nach der anthroposophischen Lehre von Rudolph Steiner eines ganzheitlichen biodynamischen Anbaus gelebt und gelehrt.

Fredy ist Geschäftsführer der Finca Fortaleza, denn die Versuchsfarm gehört den über 800 Mitgliedern. Hier wird biologischer Kaffee unter Schattenbäumen wie Mandarinen, Pfirsichen und Zedern angebaut, Setzlinge gezogen, Salate, Gemüse, Obst aller Art geerntet und auf dem Markt verkauft und neue Kaffeesetzlinge gezüchtet.

Flüssiges Gold

Kaffeepflanze mit Fruchtansatz

Kaffeepflanze mit Fruchtansatz

Aber das Herzstück ist die Herstellung des eigenen Düngers. Dazu nutzt Comsa Ernteabfälle und organischen Material. Es entstehen Tonnen und Fässerweise flüssiges oder festes „Gold“; mit Mineralien aus gemahlenen Steinen oder Muscheln angereichert. Mit Hilfe des Mondes und des Kosmos entwickeln diese Mittel eine ungeheure Kraft.

Bodenuntersuchung als Basis

Aber zunächst bietet Comsa für seine Mitglieder Bodenuntersuchungen an, um sie in der richtigen Behandlung ihrer Böden zu beraten. „Jeder Boden ist anders und benötigt eine spezielle Behandlung“, erklärt Fredy. Es wird eine 100 Jahre alte, fast vergessene, aber sehr effiziente und kostengünstige Untersuchung im eigenen Labor durchgeführt. Die Chromatografie. Darin zeigt ein Bioboden deutlich auf, wie sich die verschiedenen Bestandteile und Lebewesen im Boden verhalten. Comsa beschäftigt den Biologen Wilfredo Oliveira, der je nach Beschaffenheit für seine Mitglieder den richtigen Cocktail aus Biodünger, Mineralien, Mikroorganismen und anderen natürlichen Zugaben zusammenstellt. „Wir müssen verstehen, was uns die Böden sagen, denn ein gesunder Boden ist der Grundstock unserer Arbeit“, so Wilfredo.

La Roya besiegt

Kuhschädel als Wachhunde

Kuhschädel als Wachhunde

Sein Wissen teilt er nicht nur mit den Mitgliedern sondern auch anderen Kaffeebauern, Studenten und Gästen aus dem Ausland. „Hier lernen wir, probieren aus und teilen unser Wissen mit allen, die sich für biodynamischen Anbau interessieren.“ Comsa unterbricht damit den Kreislauf aus agrochemikalischer Behandlung und finanzieller Abhängigkeiten. Auf diese Art hat Comsa auch den Kaffeepils „La Roya“ in den Griff bekommen. Alle acht Tage werden die Kaffeesträucher mit Mineralien bespritzt, dann ist die Pflanze stark genug, um den Pilz abzuwehren.

Modellanbau

Auf einem kleinen kargen Feld zeigt Fredy erstaunten Gästen, dass die Wiederbelebung ausgelaugter Böden mit biologischen Mitteln sehr gute Resultate erzielt. Die neu gepflanzten Kaffeesträucher haben schon im zweiten Jahr geblüht und Knospen angesetzt, ein Jahr früher als üblich.

 

Wundermittel MM

MM „Materia prima y Mikroorganismo“

MM „Materia prima y Mikroorganismo“

Und COMSA setzt schon bei den Kleinsten an. Gemeinsam mit Jeny (11 Jahre), Axel ( 8 J.) und Mildred (11 J.) stellt Fredy auf Grundlage von Mikroorganismen und Melasse das Wundermittel MM her. Es wirkt als Dünger oder Medizin gegen alle Krankheiten oder einfach nur als Softdrink.

Zugegeben, es wirkt auf mich sehr „spuky“, wenn der beste Dünger in der Erde eingegraben und von zwei Kuhschädeln bewacht wird. Aber die Pflanzen und die Menschen auf dieser Finca scheinen dieselbe Sprache zu sprechen. Alles gedeiht prächtig und steht in saftigem Grün, obwohl der Regen trotz Regenzeit ausbleibt. Morgen werden wir eine der Schulen besuchen, die Comsa mit Prämiengeldern unterstützt. Auch wollen wir uns den Wochenmarkt anschauen, auf dem Comsa sein Gemüse, Obst und Handarbeiten verkauft. Dann erzähle ich euch auch von Mario, der uns seit zwei Tagen durch die Organisation begleitet.