Der Blumenanbau schafft vorrangig viele Arbeitsplätze in Kenia, aber auch in Äthiopien, Tansania, Simbabwe. Meist liegen die Blumen-Plantagen in Gegenden, in denen es sonst kaum Alternativen gibt.

Ein Vorurteil ist, dass die Gewächshäuser wertvollen Ackerboden in Anspruch nehmen. Dies stimmt nicht, weil die Rosen auf Hydrokulturen angelegt werden. Dies geschieht auf unfruchtbaren Boden. Dies ist bei allen Farmen, die ich hier bisher besucht habe und auch gerade hier am Naivashasee der Fall.

Der Wasserverbrauch wird durch die Hydrokultur und Tröpfchenbewässerung optimiert und alle besuchten Farmen haben geschlossene Wasserkreisläufe, die hier bei den beiden Finlayfarmen „Kingfisher“ und „Flamingo“ vorbildlich umgesetzt werden. Das heißt, das Nutzwasser wird direkt geklärt und aufbereitet, sodass es wiederverwendet werden kann. Das empfindliche Ökosystem des Naivashasees wird durch die Blumenfarmen möglichst nicht beeinträchtigt.

Die sogenannten „wetlands“ – natürliche Kläranlagen –  werden immer mehr ausgebaut und ich konnte selber Papyrus einpflanzen. Die einzige Gefahr sind dabei die Hippos, deren Herde inzwischen auf rund 9.000 Tiere angewachsen ist.

 

Den ernsten Hinweis „get never between a Hippo and the lake“ habe ich befolgt und einen Sicherheitsabstand eingehalten. Morgens um 6 Uhr und abends ab 18 Uhr streunen die gefährlichen Gesellen munter hier herum. Ansonsten ist die Vogelwelt hier einmalig. Die Farmnamen Kingfisher (Eisvogel) und Flamingo sind nicht zufällig ausgewählt.

Aber ich schaue mir nicht nur die Tiere an, sondern habe auch dem Treffen des gemeinsamen Arbeiterkommitees, dem Joint Body, teilgenommen. Die gut 4000 Arbeiter sind seit sechs Jahren im Joint Body organisiert, der inzwischen Projekte für gut 800.000 Euro realisiert hat.

Auch hier sind Bildungsprojekte wie Schulgelder für weiterführende Schulen, Ausbau von Gemeindeschulen in der Umgebung und Capacitybuilding der Arbeiter im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Gemeinschaft von den Projekten profitiert, nicht nur die Blumenarbeiter. Ein besonderes Augenmerk gilt natürlich den Kindern. Alle nehmen die Fairtrade-Projekte wahr und viele sind stolz, Teil von Fairtrade zu sein. Für mich ist dies die sichtbarste Entwicklung seit meinem letzten Besuch vor drei Jahren.