Unsere Reise neigt sich dem Ende. Dies wird mein letzter Bericht aus Peru werden, den ich gerne mit einem Zitat von dem großartigen Juan Aquino Vilchez beginnen möchten: „Früher haben wir unsere Bananen verschenken müssen, heute sind wir zufrieden„.

Juan mit seiner Familie

Bananen-Bauer Juan Aquino Vilges mit seiner Familie

Der sympathische Bananenbauer ist stolzer Vater von vier Kindern, die er mit seiner Arbeit auf einem halben Hektar Land ernährt. Er wohnt in dem kleinen Dorf Santa Cruz, das mitten im Valle de Chira liegt. in den grünen Tal gibt es mittlerweile acht verschiedene Vereinigungen und Kooperativen, die sich in basisdemokratischen Prozessen zusammen geschlossen haben, um ihre Bananen besser vermarkten zu können. „Früher haben wir zwei Dollar pro 18,14kg Kiste Bananen erhalten. In nur fünf Jahren hat sich der Preis verdreifacht“, erklärt Juan.

Bessere Anbautechniken, höhere Erträge

Juan lässt uns hinten auf seinen Pferdekarren aufsteigen, der uns dank Margarito, dem weißen Schimmel, zur Parzelle bringt. Eine Stunde ist er jeden Tag unterwegs, um zu seiner Parzelle zu gelangen. Er wird dabei von seinen treuen Hunden Pichirillo 1 und Pichirillo 2 begleitet. An seiner Parzelle angekommen, nimmt Juan die Machete und beginnt sein Tagewerk. Unkraut abschlagen, Bananenblätter über den Boden legen, um die Feuchtigkeit zu halten, organischen Dünger aufbringen, überzählige Triebe abschlagen, Kontrolle des Insekten- oder Pilzbefalls. Jeden Tag arbeitet Juan in seiner Parzelle, um dem halben Hektar Land die bestmögliche Ernte abzutrotzen. Und die viele Mühe hat sich gelohnt. Juan erntet auf seinem Feld genauso viel wie andere auf einer dreifachen Fläche. Daher wurde  er als „Bauer des Jahres 2013 in Qualität und Quantität“ von Acprobocea ausgezeichnet.

Fairer Handel der Perspektiven ermöglicht und Zukunft schafft

„Es ist sehr viel Arbeit, aber es lohnt sich“, sagt Juan. Und die ersten Früchte seiner Arbeit kann man bei ihm zu Hause sehen. Mit dem festen Einkommen hat er sein Haus erneuert und um eine gemauerte und  überdachte Terrasse erweitert. Dies ist jetzt der Treffpunkt der sechsköpfigen Familie, um nach der Arbeit auszuruhen oder sich mit Nachbarn auszutauschen. „Dank des Fairen Handels haben wir jetzt auch einen Farbfernseher und ein Motortaxi“, zeigt Juan stolz. Mit dem Motortaxi hat sein Sohn Deyvi die Chance, noch ein paar Soles extra zu verdienen. Die meiste Zeit verbringt er aber ebenfalls in der Parzelle, denn er möchte wie sein Vater ebenfalls Bananero werden. „Der Bananenexport über den Fairen Handel ist unsere Zukunft“, resümiert Juan. Das sind doch gute Aussichten.

Wiedersehen zur Fairen Wochen im September

Über Juan gibt es noch ganz viel zu erzählen, aber hoffen wir, dass er es selber tun können wird, denn wir haben ihn zur Fairen Woche eingeladen. Hoffen wir, dass die Bürokratie ihn einreisen lassen wird, denn er wäre ein wunderbarer Gast der Fairen Woche.