Morgens nach dem Frühstück ging es für uns direkt in ein Schulungszentrum nach Daloa. Dort saßen rund zwanzig Kakaoproduzentinnen und –produzenten, die für ihre jeweiligen Regionen als Ausbilder geschult werden sollten. Schulungen dieser Art sind ein Service der Produzentenberater von Fairtrade International.

Komplexes vereinfacht darstellen: Ein Teilnehmer der Schulung spielt einen kranken Kakaobaum.

Komplexes einfach darstellen: Ein Teilnehmer der Schulung spielt einen kranken Kakaobaum.

Die Produzentenberaterin Anne Marie Yao hatte sich Schulungen zu Fairtrade und pädagogische Konzepte zur Vermittlung vorgenommen. Dies wurde eindrucksvoll in einem Wechselspiel zwischen kurzen mündlichen Darstellungen und Rollenspielen dargestellt. Hierbei musste schon mal einer der Teilnehmer als Darsteller eines Kakaobaums fungieren – durchaus theatralisch – um zu zeigen, wie ein kranker Kakaobaum „behandelt“ werden kann. Besonderen Wert legte Anne Marie darauf, dass die Kakaoproduzenten das komplexe Fairtrade-System verstehen und einfach vermitteln können. Auch die beiden weißen Teilnehmer standen heute für Fragen und Erklärungen bereit, was eifrig genutzt wurde. Uns wurde bei dieser Schulung besonders deutlich, wie wichtig die Arbeit der Produzentenberater vor Ort ist!

Mit diesen Eindrücken machten wir uns auf den Weg nach Dibobli. Hier wurde vor einem Jahr für die gesamte Region ein „Magasin“, ein Zentrum für die Reinigung, Qualitätskontrolle sowie für die Lagerung und Exportbereitstellung aus Fairtrade-Prämien finanziert. Die Kakaoproduzentinnen und –Produzenten der Region um Dibobli können ihre Bohne an kleinere Zwischenlager des Magasins verkaufen, wo sie direkt ihren garantierten Mindestpreis ausbezahlt bekommen.

Mit Hilfe dieser Maschine, die mit Hilfe der Fairtrade-Prämie finanziert wurde, werden die Kakaobohnen vom Staub befreit und in die Exportsäcke gefüllt.

Diese Maschine, die mit Hilfe der Fairtrade-Prämie finanziert wurde, befreit die Kakaobohnen vom Staub und füllt sie in die Exportsäcke.

Dieser liegt aktuell bei 850 CFA/kg (1,30 €/kg). Von dort werden die Kakaobohnen zu dem Magasin in Dibobli transportiert, kontrolliert und gereinigt. Für die Reinigung der Kakaobohnen konnte ebenfalls aus Fairtrade-Geldern eine moderne Maschine angeschafft werden. Hier werden die Kakaobohnen vom Staub befreit und in die Exportsäcke gefüllt. Diese Säcke sind mit fortlaufenden Nummern versehen, um eine klare Zuordnung zu den jeweiligen Kleinbauern zu ermöglichen.

Kakaoproduktion mit Perspektive

Wir nutzten die Gelegenheit, um uns mit der Geschäftsführerin des Magasins intensiv auszutauschen. Sie berichtete uns von einem enormen Zulauf jüngerer und auch weiblicher Kakaobauern und –bäuerinnen. Durch die Professionalisierung der Arbeit der Kooperativen-Union wird die Kakaoproduktion wieder attraktiver und kann das Einkommen für ganze Familien absichern. „L’Union fait la force.“, konstatiert die Geschäftsführerin.

Der heutige Tag hat uns zwei wichtige Aspekte des Fairtrade-Systems deutlich vor Augen geführt: Empowerment durch Schulung und Bildung sowie Empowerment durch Stärkung der Infrastruktur und Qualitätsverbesserung.