22.-24.11. Elfenbeinküste
Kooperative CANN – Cooperative Agricole N’Zarma de N’Douci

Gemeinsam mit unserem Abteilungsleiter Detlev Grimmelt beginnt meine Kakaoreise in der Elfenbeinküste in N’Douci, 1,5 Std. Autofahrt entfernt von der Metropole Abidjan. Die Dörfer, die wir hier besuchen, haben keinen Strom und kein Wasser, teilweise keine Schule. Vielen Kindern ist daher ein Schulbesuch nicht möglich. Mobilfunknetz und Internet ist auch nicht vorhanden und die Dörfer sind nur über schlecht befahrbare Straßen mühsam zu erreichen. Die Menschen leben regelrecht abgeschnitten von der Außenwelt – und wir 2 Tage lang auch.

Wir werden begleitet von Anne-Marie, die uns mitnimmt auf zwei spannende Tage.
Anne-Marie ist einheimische Mitarbeiterin bei Fairtrade. Sie ist vor Ort in der Elfenbeinküste und betreut zertifizierte Kooperativen und solche, die es werden möchten. Sie gibt Trainings zu Qualitatsmanagement, Verwendung der Fairtrade-Prämie und wichtigen Themen wie Kinderarbeit.

Anne-Marie ist Ivorerin und kommt aus dem Kakaosektor; ihr Vater hat Kakao angebaut und sie selbst hat in einer Kakaokooperative gearbeitet. Sie spricht 5 lokale Sprachen, außerdem Englisch und Französisch. Daher bleibt keine Frage, die wir Kakaofarmern stellen, unbeantwortet.

Wir werden freundlich empfangen von den Communities innerhalb der Kooperative. Außerdem haben wir Gelegenheit, mit Aka Konadio, Chairman der Kooperative, und Yao Amenaru, Managerin von CANN, zu sprechen. Die Communities nehmen sich Zeit, mit uns zu sprechen und zu diskutieren. Sie zeigen uns den Anbau, wir dürfen bei der Ernte und dem Transport zuschauen. Wir sind für sie wichtige Gäste, an die hohe Erwartungen geknüpft sind. Dies wird durch ihre Gesten deutlich: Man serviert uns Wein (gegorenen Palmsaft) und schenkt uns sogar einen lebenden Hahn!

Wir erhalten positive Resonanz zum Fairtrade-System. Als einziges System wird hier die Entwicklung der Communities über die Prämienzahlung in den Fokus gestellt. Die Mitglieder der Kooperative CANN wissen, wovon sie sprechen: Schließlich ist die Kooperative – wie viele andere auch – ebenfalls nach den UTZ- und Rainforest Alliance Standards zertifiziert.

Allerdings macht sich die Kooperative große Sorgen. Sie sind dringend auf der Suche nach Geschäftsbeziehungen mit Fairtrade-Kunden. Seit 2010 ist die Kooperative Fairtrade-zertifiziert, seit letztem Jahr auch UTZ. In diesem Jahr hat die Kooperative noch kein einziges Kilogramm Fairtrade-Kakaobohnen verkauft. Daher bleiben die Prämienzahlungen aus, die sie so dringend gebrauchen könnten. Ideen und Bedarf für Investitionen gibt es reichlich: Schulen, Fahrzeuge, Ärzte, Lehrer,… Hier fehlt es an den Basics.  Und an Fairtrade-Kunden.

 

Mit dieser Hausaufgabe im Gepäck setzen wir unsere Reise fort. Heute sind wir nach Ghana geflogen. Hier werden wir schon in der Kooperative Kuapa Kokoo erwartet.