Alle 21 Mitglieder kamen pünktlich, damit wir um 8.00 starten konnten. Sie sind die ganze Woche von der Arbeit frei gestellt worden. Vorher war ich noch um 6.00 Uhr am See, damit ich auch etwas von der Umgebung mitbekomme. Die Fischer sind mit guter Ausbeute zurück gekommen und Hunderte von Pelikanen warten auf die Abfälle.

Mit dieser schönen Stimmung bin ich in den Workshop gegangen. Dabei waren Martin Schüller und ich aber eher Zuhörer, weil dieser von unseren beiden afrikanischen Kollegen John und Zach durchgeführt wurden. Jahrelange Erfahrung zeigte sich in der Ansprache und der Kreativität des workshops.

Die Joint Body Mitglieder sind eher jung entsprechend des Altersdurchschnitts auf der Farm. Die meisten Frauen in den Gewächshäusern sind  zwischen 18-25 Jahre alt. Die Arbeiter etwas älter. Beim Joint Body sind auch drei Gewerkschaftler, die immerhin über 30 Jahre alt sind.

 

Die ersten Diskussionen und Gruppenübungen gingen zu den Themen Priorisierungen und Kriterien für Fairtrade-Projekte. Persönliche Geldauszahlungen sind nicht möglich, es geht um Gemeinschaftsprojekte und genau das ist die Herausforderung „nicht nur an sich zu denken“ Welche Aspekte sind dabei wichtig: Geschlechterparität, Bezüge zur Umgebung (Gemeinde/Stadt), Verhältnis zu Gewerkschaften, zu NGOs und zu Kirchen – rundum über den Tellerrand schauen.

Wie dann eine mögliche Vielzahl von Vorschlägen fair priorisieren. Vielleicht mit eher kleineren Projekten anfangen. Wie fügt es sich ein in das Sozialleben auf der Farm, wie lauft das finanzielle Management?

Es wurde schnell klar, das jede Menge Verantwortung wartet. Dies geht aber nicht über Nacht. Insofern haben John und Zach auch mit Beispielen aus anderen Plantagen Schritte und Wege aufgezeigt, die genau die ganzen Aspekte berücksichtigen.

Aber die erwartungsvolle und gute Stimmung über den ganzen Tag hat gezeigt, dass sich die Gruppe stark genug fühlt, an der Aufgabe zu wachsen.

Am nächsten Tag wurden die Ergebnisse des Vortages nochmal besprochen und auch diskutiert, wie ALLE auf der Farm – und wir reden hier über einen Großbetrieb – mitgenommen werden können. Deswegen findet am Freitag auch eine sogenannte Generalversammlung statt, in der die nächste Ebene, sprich rund 100 Vertreter über die ersten Projekte wie die Schule und das Krankenhaus, abstimmen werden und der Joint Body seine weiteren Arbeitspläne vorstellen wird. Die rund 100 „Kommunikatoren“ informieren dann ihre jeweiligen Abteilungen.