Diese Woche bin ich auf den Spuren eines ganz neuen Fairtrade-Produkts, das erstmals diesen Winter bei uns in Deutschland erhältlich sein wird: Fairtrade-Weihnachtssterne. Durch die Erweiterung des Standards für Blumen und Pflanzen dürfen nun Pflanzen, die zu einem frühen Entwicklungsstand importiert werden, eine Fairtrade-Zertifizierung erhalten. So können mehr Beschäftigte von sicheren Arbeitsbedingungen, Mindestlohn und der zusätzlichen Fairtrade-Prämie profitieren. So auch auf der Blumenfarm „Red Fox“ in Äthiopien, von dessen Besuch ich im Folgenden berichte.

Morgens um 6.00 Ankunft in Addis Ababa

Viele müde Menschen in langen Schlangen bei der Passkontrolle . Zusammen mit einem Fernsehteam des MDR und sieben weiteren Teilnehmern ging es in die Stadt um sich mit unseren Kollegen von Fairtrade Afrika zu treffen. Um 8.00 Uhr macht uns kräftiger äthiopischer Kaffee wach.Dann geht es durch das tägliche Verkehrschaos Richtung Rift Valley, wo die meisten Blumenfarmen Äthiopiens liegen. Es dauert fast zwei Stunden ehe wir aus Addis raus sind.

Nach drei Stunden kommen wir auf der Farm „Red Fox“ an. Die weißen Gewächshäuser sind schon von weitem zu sehen. Sie gehören zur „Dümmen-Orange„-Gruppe mit Sitz in Rheinberg . Dümmen ist seit kurzem Fairtrade-Lizenznehmer und Weltgrößter Züchter von Jungpflanzen wie Weihnnachtssternen und Geranien . Mit rund rund 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind sie hier in Koka mit Abstand der wichtigste Arbeitgeber.

Das Heranziehen von Jungpflanzen ist ein komplizierter Vorgang. Äthiopien bietet die besten klimatischen Voraussetzungen, deswegen haben hier fast alle Weihnachtssternen und Geranien im Angebot, die anschließend weltweit auf dem Markt angeboten werden. Im ersten Gewächshaus haben 500.000 „Mutterpflanzen“ ihr zu Hause. Jede von ihnen hat pro Woche zwei „Setzlinge“, die von den „Cutterrerinnen“ entdeckt werden und mit einem scharfen Messer abgetrennt werden. „4cm Weihnachten “ ist also der Zwischenstand.

„Von der Uroma zum Stern“

4cm – nur so “groß” muss der Weihnachtsstern-Setzling sein , damit er fertig für den Transport nach Europa ist.

Die gesamte Wachstumsperiode eines Weihnachtsterns dauert insgesamt rund 80 Wochen. Alles beginnt mit der genetischen Elite die „bewurzelt“ wird in viele „Omas“.

Dann folgen die Vermehrungsschritte – von 400 auf 40.000, wie hier bei Red Fox. Danach erfolgt die Pflanzung. Pro Gewächshaus gibt es rund 500.000 Mutterpflanzen die pro Woche rund zwei Setzlinge hervorbringen.

Nach dem Schneiden kommen die Setzlinge sofort ins Kühlhaus. Nach einigen Stunden Kühlung werden die transportfertigen Setzlinge per LKW zum Flughafen Addis gebracht. Da Gewicht und Umfang so gering ist, fliegen sie als Mitfracht in Passagiermaschinen mit und sind somit am nächsten Tag in den Gärtnereien am Niederrhein. Dort erfolgt die weitere Aufzucht und in 16 Wochen ist ein ausgewachsener Weihnachtsstern in unseren Geschäften.