Gemeinsam mit einem unserer wichtigsten Partner für Fairtrade-Kakao, dem italienischen Süßwarenhersteller FERRERO, bin ich im Juli eine Woche lang durch die Côte d’Ivoire gereist.

Wir wollten die Fairtrade-zertifizierten Kakaobäuerinnen und -bauern kennenlernen, die für FERRERO Kakao produzieren. Unsere Reise hat uns in den Westen der Côte d’Ivoire geführt, nahe der Stadt Daloa. Dort haben wir die Kooperativen-Union ECOOKIM besucht. Unterwegs waren wir mit geballter Frauenpower: Almut Feller (FERRERO Deutschland), Anne-Marie Yao (Fairtrade Afrika) und natürlich mit Aminata Bamba, die bei ECOOKIM für nachhaltige Projekte und Zertifizierung zuständig ist.


ECOOKIM hat uns während der Reise die vielfältigen Projekte gezeigt, die von den Kakaobäuerinnen und -bauern mit Fairtrade-Prämiengeldern umgesetzt werden. Durch den Verkauf zu Fairtrade-Bedingungen an FERRERO profitieren die Kooperativen nämlich von der zusätzlichen Fairtrade-Prämie in Höhe von 200 USD pro Tonne Kakaobohnen.

Eines der neuen Projekte der ECOOKIM-Kooperativen ist das Mikrokredit-Projekt AVEC (Bild),

welches speziell für Frauen in den Gemeinden ins Leben gerufen wurde. AVEC, was im Französischen „mit“ bedeutet, steht als Abkürzung für Associations Villageoises d‘Epargne et de Crédit (dt.: Dörfliche Spar- und Kreditvereinigungen). Die Teilnehmerinnen zahlen alle in eine Kasse ein.

Aus dem Gemeinschaftsbudget können Kredite beantragt werden für Projekte, die den Frauen zusätzliche Einnahmen ermöglichen. So hat zum Beispiel eine Frauengruppe über den Kredit eine kleine Maniokplantage nahe der Gemeinde finanziert.

Diese bewirtschaften sie nun zusammen und wollen die Ernte künftig verkaufen. ECOOKIM und Fairtrade unterstützen die Frauen bei der Umsetzung ihrer Pläne.
Ich habe mich auch gefreut zu sehen, dass bei ECOOKIM die Jugend besonders gefördert wird, so zum Beispiel von Serge Lazare.

Er ist Agronom und bereits seit 12 Jahren einer der Geschäftsführer der ECOOKIM-Kooperativen. Serge bemüht sich besonders um die Zukunftschancen von jungen, gut ausgebildeten Menschen in der Landwirtschaft. Daher arbeitet er mit dem landwirtschaftlichen Institut der Universität in Daloa zusammen und hat immer mehrere Praktikantinnen und Praktikanten, die ihn begleiten und die er ausbildet.

Mein ganz persönlicher Reisehöhepunkt war das Wiedersehen mit der Kakaoproduzentin Emma Georgette.

Emma hatte ich bereits 2014 kennengelernt, als ich gemeinsam mit dem Schauspieler und Fairtrade-Botschafter Hannes Jaenicke und dem TransFair-Vorstandsvorsitzenden Dieter Overath vor Ort war. Wir hatten Emma damals bei der Kakaoernte begleitet und viele Eindrücke gesammelt, die später von ARTE für die Reihe FAIR HANDELN filmisch umgesetzt wurden.
In Daloa schenkten uns die Frauen in einer der Kooperativen einen weißen Hahn und eine Henne zum Abschied. Der weiße Hahn steht für die Aufrichtigkeit und die Henne für die Nachhaltigkeit, haben sie uns erklärt. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

PS: Aminata Bamba von ECOOKIM wurde während unserer gemeinsamen Reise von ihrem 3 Monate alten Sohn und einer Kinderfrau begleitet. Trotz unseres straffen Reiseprogramms konnte Aminata also jeden Morgen und jeden Abend Zeit mit ihrem Kleinen verbringen. Vereinbarkeit von Karriere und Familie in der Côte d’Ivoire? Bei Aminata klappt das hervorragend!