Im Vorfeld der Africa Fairtrade Convention, die dieses Jahr in Stellenbosch in der Nähe von Kapstadt stattfindet, hatte ich zusammen mit anderen Teilnehmern der Convention die Möglichkeit, das Fairtrade-Projekt Fairhills zu besuchen. Das Projekt wurde maßgeblich von den beiden Fairtrade-zertifizierten Weingütern Du Toitskloof und Home of Origin initiiert, mit dem Ziel, die Rechte sowie Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter und Arbeiterinnen innerhalb der südafrikanischen Weinbranche zu stärken bzw. zu verbessern. Es ist für mich das erste Mal, dass ich die Gelegenheit habe, eine Produzentengruppe zu besuchen. Umso gespannter bin ich auf die Eindrücke die mich erwarten werden.

Nach der etwa einstündigen Fahrt von Stellenbosch erreichten wir am Fuß des zweithöchsten Berg Südafrikas, den Du Toits Peak (1.995m), das Gemeinschafthaus in Rawsonville. Dort wurden wir von einem Vertreter des Weinguts in Empfang genommen und über die bisherigen Prämienprojekte informiert, die wir im Anschluss besichtigen konnten.

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Du Toitskloof und Home of Origin sind seit 2005 Fairtrade-zertifiziert und seitdem wurde viel für die über 1.600 Arbeiter und deren Familien erreicht. In 2012 konnten etwa 1,5 Mio Rand Prämiengelder generiert werden, was etwa 100.000 Euro entspricht. Mit den Prämien sowie Sponsoringprojekten des Handels wurden bisher unter anderem drei Kindertageseinrichtungen und eine Grundschule finanziert (was zusätzlich 15 Arbeitsplätze schaffte), eine Krankenstation mit kostenloser medizinischer Versorgung, eine Bibliothek für Kinder und Erwachsene sowie ein Computertrainingsraum.

Es gibt außerdem verschiedene Frauen- und Jugend-Programme, die auf die Belange dieser Zielgruppen ausgerichtet sind, sowie ein sehr erfolgreiches Alphabetisierungsprogramm, eines der größten am Westkap, an dem aktuell 122 Arbeiter und Arbeiterinnen im Alter von 19 bis 72 (!) teilnehmen. Desweiteren bietet Fairhills auch Angebote und Hilfestellung bei familiären Konflikten und bei Suchtproblemen an. Angesichts der Tatsache dass es bis Mitte der 90er (!) noch üblich war, schwarze Arbeiter teilweise in Wein auszuzahlen, verwundert es nicht, dass viele alkoholabhängig wurden, was immer noch ein Problem darstellt.

Über die Verwendung der Prämiengelder wird gemeinschaftlich im Fairtrade-Gremium entschieden, in dem momentan 36 Arbeiter und Arbeiterinnen vertreten sind.

Der Wein der beiden Güter ist unter den Marken Fairhills, Vineyards Edition und Oorsprong auch im deutschen Fach- und Einzelhandel erhältlich.

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