Gut 300 Leute sammeln sich in und um den großen Pavillon des Training-Centers der Nichtregierungsorganisation Progressive Farmers Association (PFA). Es ist 9 Uhr morgens. Die Novembersonne steht noch relativ tief. Heute treffen sich neue Mitglieder der Organic Jasmine Rice Producer Group.

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ImTraining-Centers erfahren die Mitglieder von OJRPG mehr darüber , was ihre Rechte, aber auch ihre Pflichten sind, wenn sie Teil der Fairtrade-Bewegung sind.

Alle sind Bauern, die in der Region um Ubon Jasminreis anbauen. Vor rund einem Jahr haben sie sich um die Aufnahme bei der Organic Jasmine Rice Producer Group beworben. Jetzt sitzen sie auf Plastikstühlen unter und im Schatten der Bäume hinter dem Pavillon und werden in den folgenden zwei Stunden mehr über Fairtrade erfahren. Informierte Mitglieder zu haben, ist für OJRPG wichtig. Alle sollen wissen, was ihre Rechte, aber auch, was ihre Pflichten sind, wenn sie Teil der Fairtrade-Bewegung sind. Sie wollen eine starke Gruppe sein, mit möglichst gut informierten Mitgliedern. Die Produzentenorganisation ist erfahren im Fairen Handel, es soll sichergestellt werden, dass neue Mitglieder die Standards erfüllen können.

Deshalb hält bei OJRPG nicht irgendjemand die Schulung, sondern einer der Bauern selbst. Teerawat Phantumas ist selbst Reisbauer und Teil des OJRPG-Vorstands.

Bevor es losgeht, werde ich erst mal nach vorne gebeten. Das Filmteam ist noch nicht da (sie sind noch auf dem Reisfeld unterwegs), wurde aber schon angekündigt. Also gut – meine Begrüßung geht zumindest auf Thai, aber damit enden meine Sprachkenntnisse aber auch schon und Paweena, unsere Fairtrade-Beraterin vor Ort, übernimmt die Übersetzung für meine kleine Vorstellungsrunde und ein paar Sätze darüber, was TransFair so macht.

 

Der Fairtrade-Kreislauf

Den Fairtrade-Kreislauf kann man hier schön sehen. Auch Teerawat hat das Poster zur Erklärung benutzt. Ich möchte die zweistündige Veranstaltung mit einer kleinen Szene zusammenfassen:

Mit dem Mikro in der Hand steht Teerawat zwischen den Bauern und fragt: „Was sind die drei Geheimnisse des Erfolgs?“ Aus dem Plenum kommen erst zögernd, dann selbstbewusster die Antworten: „Die Produktionskosten reduzieren“, kommt es aus verschiedenen Richtungen, „Den Ertrag steigern“ und „Produkte erzeugen, die eine hohe Qualität haben und gut für die Umwelt sind.“

Der 40-jährige gibt nicht nur die heutige Schulung, er ist auch derjenige, den das Filmteam begleiten darf. Bei der Ernte, beim Pflanzen und zuhause. Ich hab ihn vor der Kamera gesehen und bin beeindruckt: Ich sehe da keine Nervosität oder Verklemmtheit. Auch nicht, bei der Schulung vor den OJRPG-Neulingen. Vielleicht liegt’s ja einfach auch daran, dass Teerawat das, was er tut, aus voller Überzeugung macht. Das sagt er deutlich: „Reis ist für uns nicht nur ein Nahrungsmittel – Reis ist unsere Kultur“. Eine Kultur, die es zu bewahren und zu fördern gilt.