Am dritten Tag meiner Reise ging es zu der Fairtrade-Kooperative Lujeri Tea Estates Ltd. Seit 2008 ist diese zertifiziert. Die Lujeri Tea Estates liegt im Südosten Malawis am südwestlichen Fuß der bis zu 3.000m hohen Mulanje Mountains, etwa 2 Busstunden von Blantyre entfernt. Lujeri Tea Estates produziert vor allem Schwarztee von sehr hoher Qualität, der in Westeuropa und den USA verkauft wird. Es gibt sehr viele verschiedene Sorten von Tees – das Sortiment erstreckt sich von den üblichen Tees in Beuteln, über lose Tees und biologisch angebaute Sorten. Auch der Marktpreis variiert stark und ist abhängig davon, um welche Sorte es sich handelt, auf welche Art er produziert wurde und aus welcher Anbauregion er stammt.

Teepflückerin bei der Ernte

Lujeri Tea Estates produziert ca.12.500 Tonnen Tee, wozu 55.000 Tonnen Teeblätter in vier verschiedenen Prozessen aufbereitet werden. Die Teeblätter werden per Hand gepflückt in Intervallen von 7-14 Tagen, je nach Saison. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass nur die obersten Teeblätter gepflückt werden; dies garantiert die hohe Qualität des Endproduktes.

Die Lujeri Tea Estates hat auf ihrem Gelände eigene Weiterverarbeitungsfabriken, in denen der Tee geschnitten, gesäubert, getrocknet und sortiert wird. Während auf den Feldern vor allem Frauen beschäftigt sind, sind in den Fabriken ausnahmslos Männer zu finden. Viele Prozesse sind bereits mechanisiert.

Blantyres Projektkoordinator Sylvester Mitini-Nkhoma vor fertig verpacktem Fairtrade-Tee

Blantyres Projektkoordinator Sylvester Mitini-Nkhoma vor fertig verpacktem Fairtrade-Tee

Am Ende wird der fertige Tee abgepackt und für den Transport nach Westeuropa und die USA vorbereitet.

Am Ende der Werksbesichtigung erhalten wir die Gelegenheit, den Lujeri Tee zu verkosten. Vor dem Mann im weißen Kittel steht eine Reihe von gefüllten Porzellantöpfchen. Genüßlich saugt er die heiße, orangeschimmernde Brühe ein, rollt sie mit der Zunge etwas hin und her, schlürft hörbar und spuckt die Flüssigkeit in ein nebenstehendes Metallgefäß wieder aus. Uns gelingt das nicht so elegant wie ihm.

Auf dem Gelände der Lujeri Tea Estate wurden von der Fairtrade-Prämie bereits verschieden Projekte finanziert, darunter: ein Krankenwagen, Brunnen, Brücken, eine Schule sowie verschiedene Wassersammelprojekte. Um all diese Projekte zu ermöglichen, spielt der Faire Handel eine große Rolle. Die Premiumgelder, die aus dem Fairen Handel kommen, werden in einen Fonds gezahlt, der direkt vom Joint Body verwaltet wird – die Vertretung der Teearbeiter auf Lujeri. Die insgesamt 6.500 Kleinbauern sind im Sukambesi Association Trust organisiert. Der Joint Body entscheidet über die Verwendung der Gelder aus dem Fairen Handel und ihre Verteilung auf die verschiedenen Sozialprogramme.

Besonders stolz ist die Kooperative aber auf das Mütterkrankenhaus, welches wir uns zum Abschluss des Besuches anschauen. Während eines längeren Vortrages versammeln sich die Kinder der umliegenden Häuser, für uns Mzungu (Weisse) eine spannende Abwechslung bieten.