Nach 17 Stunden Flug erreiche ich den turbulenten Flughafen El Salvadors. Hier empfangen mich gegen 20 Uhr Ortszeit sommerliche 30 Grad. Recht freundlich wie ich finde, wenn man bedenkt, dass zur selben Zeit in Deutschland die Schneeflocken zu Boden sinken. Für mich geht es im Namen von Fairtrade Deutschland auf Entdeckungsreise auf die andere Seite der Fairtrade-Welt. Mir stehen 4 Wochen in dem kleinsten Land Zentralamerikas bevor und für das Fairtrade System doch einem sehr entscheidenden Ort. In El Savaldor ist der Hauptsitz der CLAC. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Produzentennetzwerk Südamerika

Der Vorstand der Nationalkoordinatoren in El Salvador beim monatlichen Zusammenkommen und ich zu Besuch.

Der Vorstand der Nationalkoordinatoren in El Salvador und ich zu Besuch.

Das Büro der CLAC liegt in einer Stadt fernab vom hektischen Trubel der Hauptstadt San Salvador direkt am Fuße des „Boqueron“. Der imposante Vulkan bildet mit seinen 1.800 Metern Höhe einen Krater von 1,6 Kilometern Durchmesser und ist das Wahrzeichen der Region. Die CLAC „Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Pequeños Productores de Comercio Justo“ ist neben Fairtrade Afrika und der NAPP in Asien eines der drei Produzentennetzwerke im Fairtrade-System. Mit ihrem rund 20-jährigen Bestehen ist sie das älteste und traditionsreichste der Produzentennetzwerke und unterstützt seit jeher Kleinbauernproduzenten. Sie bildet ein Netzwerk von 573 Produzentengruppen in 23 Ländern von Mexico bis Patagonien. Während meines Praktikums darf ich im Büro der CLAC bei der täglichen Arbeit untertsützen.

Kooperative aus nächster Nähe

Es ist soweit, ich besuche meine erste Kooperative im Westen El Salvadors. LOS PINOS heißt die Kaffee-Kooperative, die sich darüber hinaus ein zweites Standbein im Tourismus-Gebiet aufgebaut hat. Bei meiner Ankunft erklärt sich meine anfängliche Frage nach dem Tourismus von selbst. Die Kooperative liegt hoch oben auf dem Berg mit einem Blick auf den Vulkansee Lago Coatepeque, der zu den schönsten Naturseen Mittelamerikas zählt. Der See sei für El Salvador das 8. Weltwunder versichert mir der Finka-Besitzer.

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Doch nicht nur der Ausblick lässt mich staunen. Zum ersten Mal sehe ich Kaffeekirschen am Baum aus nächster Nähe und kann mit verschiedenen Mitgliedern der Fairtrade-Kooperative sprechen. Ich bin beeindruckt, wie viele Geschichten hinter den Menschen des Fairen Handels stecken.

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Starke Frauen wie Carmen Helena Hernandez

Ich habe an diesem Tag die Möglichkeit, vieles über die Menschen zu erfahren. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Frau mit dem herzlichen Lächeln, Carmen Helena Hernandez. Als ihr Mann vor 9 Jahren starb, ist sie der Kooperative Los Pinos beigetreten. Seither hat sich viel im Leben der heute 46-jährigen verändert. Von der Erntehelferin auf dem Feld, über die Kaffeerösterei bis hin zum Tourismus, arbeitet sie nun seit 2 Jahren im Restaurant auf der Finka. 6 ihrer 10 Kinder hätten bereits den Bachelorabschluss erreicht, berichtet sie stolz, das wäre ohne den Fairen Handel nicht möglich gewesen. Ich frage Carmen Helena Hernandez nach Ihrem Wunsch für die Zukunft: „Fortschritt. Ich hoffe, dass es so weiter geht, nur noch besser.“