Seit Montag bin ich in der Elfenbeinküste, dem größten Kakaoexporteur der Welt. Gemeinsam mit einem Filmteam des Fernsehsenders Arte besuchen wir Kakao-Produzenten vor Ort. Es ist die zweite von insgesamt vier Reisen, nachdem wir im Frühjahr dem Ursprung von Bananen aus Peru auf den Grund gegangen sind.

Von Abidjan nach Daloa

Basilika in Yamoussokro.

Das „touristische Highlight” der Strecke: die dem Petersdom nachgeahmte gigantischen Basilika in Yamoussokro.

Wie immer früh am Morgen auf Tour, leider erst im Großstadtverkehr von Abidjan, der einem so ziemlich den Nerv raubt, fahre ich mit Hannes Jaenicke, dem Schauspieler und Fairtrade Botschafter, los. Sechs Stunden dauert die Fahrt von Abidjan nach Daloa, dem Kakaozentrum der Elfenbeinküste, mit einem kleinen Blick auf das „touristische Highlight“ der Strecke – der dem Petersdom nachgeahmten gigantischen Basilika in Yamoussokro. Bis zur neuen künstlichen Hauptstadt befinden wir uns auf einer fast leeren Autobahn. Schon von weitem thront die Basilika aus dem Urwald.

Fairtrade-Programme für mehr Absatz

Danach geht es über von Schlaglöchern übersäte Straße nach Daloa. Dort geht es gleich zu unserer wichtigsten Kooperativen-Union ECOOKIM. Hier haben wir eine rege Diskussion mit dem Management und der für die Elfenbeinküste zuständigen Produzentenberaterin über die gegenseitigen Erwartungen. Gerade auf den deutschen Markt wird große Hoffnung gesetzt, weil bisher die Absatzmenge nach Deutschland extrem gering war. Von den 21.000 Tonnen zertifizierten Kakao werden nur 30 Prozent unter Fairtrade Bedingungen verkauft. Gerade die Fairtrade Partner im Rahmen des neuen Kakao-Programms wie Ferrero, Mars, REWE, Lidl oder Kaufland beschaffen zunehmend ihren Kakao von ECOOKIM oder anderen Kooperativen in Westafrika. Mit den zusätzlichen Geldern werden Schulungen und Projekte finanziert, die wir in den nächsten Tagen noch kennenlernen werden.

Kakaoanbau attraktiv gestalten

Dies wird nur funktionieren, wenn es einen regen Austausch zwischen den Produzentenorganisationen und den Marktinitiativen wie TransFair geben wird. Dafür investieren wir viel in Fairtrade International, bzw. in diesem Falle Fairtrade Afrika. Auch für die jüngere Generation wird der Kakaoanbau attraktiver, da die Kooperative intensiv in neue Setzlinge mit einer höheren Produktivität investiert. Darüber werden wir in den kommenden Tagen sicherlich noch mehr erfahren.

Am Abend sitzen wir wie immer mit dem Filmteam zusammen und tauschen uns über den Tag aus.