Nach zwölf spannenden Tagen bin ich wieder zurück in Köln – und zu mindestens was die Fortbewegung angeht froh mit dem Fahrrad relaxt zur Arbeit zu kommen und nicht ständig wie in Nairobi oder Addis im Stau zu stehen. Der Verkehr ist aber auch über Land ziemlich anstrengend und das Programm war so dicht, das es jeden Tag quasi von 6.00 früh bis spät Abend nonstop Kommunikation mit vielen interessanten Menschen gab. Das geht dann irgendwann auch an die Substanz. Dieser Blog war und ist kein Reiseführer. Die Eindrücke von Land und Leute sind also sehr subjektiv. Der Blog hat auch keinen Anspruch ALLES zu Fairtrade zu erklären. Dafür ist unsere Website da. Zu der Sher Blumenfarm in Äthipopien gibt es auch noch von meiner Reise im Vorjahr mehr Infos (siehe hier)

Klimaprojekt, Joint Body Erfolge und das Hop Theater – mein persönlicher Reiserückblick

Ich war beindruckt von der Power mit der unter schwierigen Bedingungen sowohl die Kleinbauernkooperativen als auch auf den Plantagen die Dinge voran getrieben werden. Der Klimawandel ist da und deshalb ist das von unseren holländischen KollegInnen entwickelte Projekt extrem gut und wichtig. Dank an meine KollegInnen von Max Havelaar Holland für die tolle Reiseorganisation.

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Der Joint Body von Sher Flowers

Da Fairtrade-Rosen in Deutschland immer erfolgreicher werden, war es für mich wichtig sowohl in Kenia als auch in Äthiopien „am Ball zu bleiben“. Der Joint Body bei Sher ist ja noch relativ jung und verfügt noch nicht über so viel Erfahrung wie bei den meisten kenianischen Farmen. Unser Produzentensupporter John von Fairtrade Africa leistet mit den zahlreichen Trainings eine wichtige Hilfe in der Entwicklung. Die Prämiengelder der gerade über die Edeka vertriebenen Fairtrade-Rosen leisten eine wichtige Hilfe zum Unterhalt der riesigen Schule, des Krankenhauses und zahlreicher anderer Projekte wie „Capacity building“ und Foodservice. Sprich Kurse zur Familienplanung wie ich sie ja gerade im Versammlungsraum von Sher mitbekommen habe und die kostengünstige Beschaffung wichtiger Lebensmittel sind wichtige Projekte.

 

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Ann Siminta – die Fairtrade-Managerin auf der Sher-Blumenfarm

Beeindruckt haben mich auch die Manager der Blumenfarmen in Kenia und Äthiopien. Natürlich müssen die Farmen in erster Linie Geld verdienen, aber es sind keine „Schlips und Kragen (oder Kostüm) Manager sondern Menschen, die zugewandt sind und nah an den Menschen. Auf allen Farmen sind Einheimische in verantwortlichen Positionen, zum guten Teil gefördert und geschult aus dem eigenen Nachwuchs.

Gleichsam beeindrucken mich die jungen Schauspieler und Tänzer aus den Slums von Nairobi die unter extremen Bedingungen arbeiten und leben. Über Kultur eine wichtige Reflektion des afrikanischen Alltages zu schaffen und mit viel Lebensmut und Power andere Menschen zu begeistern ist beachtenswert. Mich hat beeindruckt wie Menschen unter widrigen Umständen ihr Schicksal meistern. Mit dem Hope-Theatre zu arbeiten und die Premiere in Nairobi dann auch aktiv auf der Bühne mit zu erleben war ein besonderes Erlebnis. Ich hoffe, dass das Hope Theater weiter seinen Weg geht. Wenn alles klappt wird es im Frühjahr eine Tour durch Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg geben.

Den Schwung aus meiner Reise möchte ich gerne mit in meine Alltagsarbeit hinüber nehmen. In diesem Sinne und in der Hoffnung Ihnen den Alltag unserer Partner etwas näher gebracht zu haben.

 

Jambo und Salam
Dieter Overath

 

P.S. – Kleiner Infoteil: Was kostet der Alltag in Äthiopien? (Basis ein Euro etwa 25 birr)

Durchschnittlicher Tageslohn etwa 20-70 birr (untere Grenze gesetzlich 20 birr in Landwirtschaft und einfache Tätigkeiten, Handwerker gute Verkäufer etwa 70 birr , Lehrer etwa 800 birr im Monat. Bei theoretisch 48 Stunden-Woche.

1l Milch 15 birr, 1 KG Kaffee 60 birr, 1kg Zucker 15 birr,1kg Reis 14 birr,  1kg Fleisch 100-250 birr, 1l Benzin 18 birr, Mobiltelefon 400 birr, eine Cola 7 birr, Busfahrt 10km 5 birr, 1 Kg Butter 95 birr