Diesen Satz konnte man oft hören auf der Tagung „Engagement in Kommunen weiter ausbauen“. Zusammen mit einigen Kolleginnen von Fairtrade Deutschland  bin ich nach Duisburg gereist. Hier fand die von Engagement Global//Servicestelle Kommunen in der Einen Welt in Kooperation mit der Kampagne Fairtrade Towns, dem Eine Welt Netz und dem Netzwerk Faire Metropole Ruhr  organisierte Tagung statt.

Es ging darum das kommunale Engagement für Fairen Handeln weiter auszubauen und eine langfristige Strategie zu entwickeln, wie dies in als Fairtrade Towns ausgezeichneten Städten aussehen könnte. Schon in seinem Grußwort macht Dieter Overath, Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland deutlich, das vor allen Engagierten noch ein weiter Weg liegt.

Zurück von den Kakaobauern in der Elfenbeinküste

TransFair Geschäftsführer Dieter Overath beim Bericht von seiner Reise in die Elfenbeinküste

Dabei ist Dieter Overath gerade frisch zurück aus Westafrika. Er hat Fairtrade-Produzenten besucht, die nur einen kleinen Teil ihrer Ernte zu Fairtrade-Bedingungen vermarkten können. Dabei ist gerade die Veränderung, die Fairtrade bewirkt entscheidend für die Regionen und Länder. Rund 60% der  weltweiten Kakao-Produktion kommen hier her. Doch viele Tausend Menschen können davon nicht profitieren. Fairtrade hat es sich zum Ziel gesetzt, genau diesen Produzentinnen und Produzenten zu helfen.

„Dem Kakaobauern ist es egal, wo das Produkt aus seinem Kakao verkauft wird, ob im Weltladen oder im Einzelhandel – wichtig ist, dass es verkauft wird“, so Overath.

Dies spiegelt auch die Botschaft wieder mit der er aus Westafrika zurückgekehrt ist und die letztendlich auch Anlass für diese Tagung bietet.

Wie können wir kommunales Engagement stärken, um mehr Fairtrade-Produkte zu nutzen?

In vielen Workshops und Best Practice Beispielen wurde dies für die Tagungsteilnehmenden erlebbar. Möglichkeiten des Stadtmarketings, der ausgeweiteten kommunaP1250415len Beschaffung, z.B. von Arbeitskleidung oder die Möglichkeit am Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ zu partizipieren, wurden vorgestellt. Verschiedene Städte und Schulen berichteten von ihren Erfolgen und Schwierigkeiten in ihrer Stadt und brachten einige neue Ideen mit. Der Landesverband der Kleingärtner in Nordrhein-Westfalen hat im neuen Kalender für 2015 einen großen Teil dem Fairen Handel gewidmet. Dieter Overath bekam ein Exemplar von Bernhard Lammers, Agenda21 und Markus Heißler, Eine Welt Zentrum. Landesweit gingen die Kleingärtner des Bezirksverbandes der Kleingärtner in Castrop-Rauxel, Deutschlands 7. Fairtrade Town mit gutem Beispiel voran und sind verlässliche Partner für die Stärkung der kommunalen Engagement der Stadt. Und dafür gibt es viele Wege, egal ob Blumenpräsente, die in Dortmund vom Oberbürgermeister verschenkt werden, Fairtrade-Fußbälle für Schulen zum Beispiel in München oder  die Beteiligung an einer der vielen Kampagnen von Fairtrade Deutschland.

Mit Fairtrade – frühstücken – Rosen kaufen – Kaffee trinken – Bananen essen – aufwachen – Azubi sein und vieles mehr!

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Maike Schliebs, Kampagnenleiterin Fairtrade-Schools, zeigt an welchen Stellen kommunales Engagement überall ansetzen kann.

Ja das waren einige der Kampagnen der letzten Jahren, die die Vielfalt des Fairen Handels in unserem Alltag widerspiegeln. Zuletzt wurde zum „Banana Fairday“  zu unterschiedlichen Aktionen aufgerufen. Von der Bananen-Fair-kostung bis zu lustigen Möglichkeiten, das Thema Fairtrade in aller Munde zu bringen.

Eins ist klar, mit dem Titel und der Auszeichnung Fairtrade Town geht die Arbeit erst los. „Das ist der Anfang von einer Menge Arbeit…“ habe ich oft in den Reden auf den Auszeichnungsfeiern gehört. Und das stimmt. Mit vielfältigen Aktionen, einem guten kommunalen Netzwerk, tollen Austausch, wie auf dieser Konferenz und viel Engagement können wir auf dieser Welt viel verändern- mit jeder Banane, jeder Tasse Kaffee und jedem Glas Saft, ein kleines bisschen.

Damit es es am Ende heißt:

Mit Fairtrade – die Welt fair-bessern!

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