„Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Ob das mit dem Hochdeutsch stimmt, weiß ich nicht, weil ich alle, die ich in Biberach an der Riß getroffen habe sehr gut verstehen konnte.
Was ich aber weiß ist, dass die Biberacher alles können. Am 20.10.2010 wurde der Stadt an der Riß der Titel Fairtrade Town gemeinsam mit über 20 anderen verliehen.
Freitag Abend kam ich in der hübschen Stadt an und konnte noch die letzten Sonnenstrahlen mitnehmen, um dann am nächsten Morgen pünktlich um halb elf in der VHS zu sein.
Mich erwartet ein Markt mit fairen Produkten, eine Schülerfirma, die sich vorstellt, tolle Trommler und vor allem: gute Stimmung.


Rund 60 Leute finden sich unter dem Fachwerkdach der VHS ein und werden von den Löwentrommlern eingestimmt.

Herr Maucher aus der Steuerungsgruppe stellt die Kampagne vor und erzählt von den Etappensiegen: den Dienstbeschluss für Fairtrade Produkte in der örtlichen Verwaltung, die Gastronomen, die an Bord geholt wurden und die tolle Pressearbeit, die geleistet wurde.

Ganz besonders und vor allem zu Recht wird der Weltladen in Biberach gewürdigt, der seit mehr als 30 (!) Jahren den fairen Handel in der Stadt bekannt macht und durch Veranstaltungen immer wieder zeigt, dass es im Handel eben auch anders zugehen kann. Frau Dr. Barth, die Weltladenvorsitzende erzählt von der schnellen Expansion des Ladens. Da kann man sich auf jeden Fall was abgucken!

Ein weiteres Projekt, was den fairen Handel fördert ist das Dolli-Café der Dollinger Realschule. Die Schülerinnen und Schüler verkaufen regionale (bio) Produkte und auch fair gehandelte Produkte. In dem Alter schon so engagiert zu sein, finde ich klasse.

Bevor ich an die Reihe komme, um die Urkunde zu übergeben merke ich wie mein Puls anfängt zu rasen. Zum Glück kann man sich am Pult festhalten! Aber: keiner merkt etwas und ich übergebe stolz und mit ruhiger Hand die Urkunde an den Biberacher Bürgermeister Christian Kuhlmann.

Nach dem Foto habe ich interessante Gespräch mit den Mitarbeiterinnen des Weltladens, Frau Eschenlohr vom BUND und vielen weiteren Mitgliedern der Steuerungsgruppe. Am Ende der Veranstaltung bekomme ich noch eine große Packung des Stadtkaffees überreicht –  die Biberbohne.

Ich verlasse Biberach fast so wie ich gekommen bin: mit Sonnenschein und jetzt neu dem guten Gefühl, dass es vor allem das Engagement der Leute wie den Biberachern ist, was die Kampagne Fairtrade Towns so erfolgreich macht.

Weiter so & ade :-).