Heute geht es in die Gemeinde Wadersloh in der Nähe von Hamm in Nordrhein-Westfalen. Wadersloh möchte Fairtrade Town werden und hat aus diesem Grund im Februar die Bewerbung eingereicht.
Nun wird in Köln die Bewerbung geprüft, während in Wadersloh schon überlegt wird, wie es weitergehen kann. Aus diesem Grund wurde ich eingeladen, um über „Best practice“-Beispiele aus anderen Fairtrade Towns zu berichten. Was kann die Steuerungsgruppe nun an Aktionen durchführen? Welche neuen Partner können neu gewonnen werden? Und welche Möglichkeiten gibt es, das Engagement in Wadersloh zu intensivieren? Über diese und andere Fragen berichte ich und stelle tolle Aktionen und Ideen aus anderen Fairtrade Towns vor.

Fairtrade Einkaufsführer als gutes Resultat!

Eine gute Möglichkeit, die gesammelten Informationen aus der Bewerbung zur Fairtrade Town zu nutzen, ist es einen Einkaufsführer für Fairtrade-Produkte herauszugeben. Zur Erfüllung des dritten Kriteriums in der Kampagne Fairtrade Towns müssen Einzelhandelsgeschäfte erfasst werden, die jeweils mindestens zwei Fairtrade Produkte verkaufen. Hierfür sammeln die Steuerungsgruppen einiges an Daten und werten sie entsprechend aus. Diese können wunderbar genutzt werden, um einen Flyer als „Einkaufsführer“ herauszugeben, wo es in der Stadt überall Fairtrade Produkte zu kaufen gibt. Denn diese sind ja nicht nur in über 800 Weltläden in Deutschland erhältlich, sondern auch bei über 36.000 Einzelhändlern.

Apropos Weltladen – einen Weltladen gibt es auch in Wadersloh, und zwar in einer ganz besonderen Kombination! Wer hier seine Hose kürzen oder das Kleid umnähen lässt, steht quasi mitten im Weltladen. In der Wilhelmstraße teilen sich eine Änderungsschneiderei und der Weltladen ein Ladenlokal und das schon seit rund 15 Jahren. Diese Besonderheit ist in Deutschland wohl einmalig.

 

Durch die Kampagne Fairtrade Towns
mehr fairen Schwung in Wadersloh

Als sich die Gemeinde Wadersloh auf den Weg gemacht hat Fairtrade Towns zu werden, brachte das noch mehr Schwung in die Bemühungen rund um das Thema „Fairer Handel“, so erzählt mir eine der Engagierten. Denn nun ziehen alle an einem Strang, die Engagierten aus der „Eine-Welt Gruppe“, die es schon seit 20 Jahren gibt, Vertreter der Stadt und viele weitere Engagierte aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Für alle ist wichtig, den „Fairen Handel“ weiter voran zu bringen. „Wir haben sehr positive Resonanzen bekommen für unsere Aktionen!“, erzählt mir Frau Voß, die zusammen mit Ihrem Mann im Weltladen und der Steuerungsgruppe arbeitet. Es wird diskutiert und sich ausgetauscht, Fragen werden gestellt und beantwortet.

Die Lehrerin einer Schule in Wadersloh möchte ihre Schule zu einer „Fairtrade School“ machen und das mit den Aktivitäten um Wadersloh als potentielle Fairtrade Town verknüpfen.

 

Nach diesem Abend haben die vielen Ehrenamtlichen der „Eine-Welt Gruppe“, die Mitglieder der Steuerungsgruppe und die Interessierten viele neue Ideen im Kopf, was sie an weiteren Aktionen  in Wadersloh durchführen können. Viele tolle Ideen und Beispiel gibt es auch in der Broschüre „Die ersten 43 Fairtrade Towns in Deutschland“ (PDF, 4 MB)

Eins ist sicher, die vielen Fairtrade-Engagierten in Wadersloh werden nicht aufhören, durch ihr Handeln, die Welt zum Positiven zu fair-ändern!

Hr. Schmidt (Gemeinde Wadersloh), Hr. Voß (Weltladen) und weitere Engagierte