Von der Ostsee ging es für Kaffeebäuerin Magda Reza am Montag nach Ostfriesland, genauer gesagt nach Leer. Dort hatte der Arbeitskreis „Fairer Handel in Leer und Umgebung“ der örtlichen Volkshochschule einladen ins Lokal Tatort Taraxacum. Am Dienstagabend erzählte Magda Reza dort in gemütlicher Gesprächsrunde den Anwesenden von dem, was sie am meisten bewegt: Kaffeeanbau in Zeiten des Klimawandels. Dabei hob sie hervor, mit welchen Folgen veränderter Klimabedingungen nicht nur sie, sondern tausende Kleinbauern in Peru zu kämpfen haben:

Höhere Temperaturen und stärkere Regenfälle und Winde in dafür untypischen Jahreszeiten führen nicht nur zu Bodenerosionen und veränderten Wachstums- und Reifephasen der Pflanzen, sondern dies verursacht in Peru und andernorts zudem einen höheren Schädlingsbefall der Kaffeebäume. Der sogenannte Kaffeerost (la roya amarilla) grassiert in Peru und anderen Regionen Lateinamerikas, lässt viele Kaffeepflanzen absterben und führt so zu Ernteausfällen in teils existenzbedrohendem Ausmaß. „Daher ist mir an Fairtrade nicht nur wichtig, dass wir höhere Preise für unseren Kaffee bekommen“, so Magda Reza, „sondern auch, dass uns Fairtrade konkret bei der Anpassung an den Klimawandel hilft.“


Bis in den späten Abend hinein saß die Runde zusammen und tauschte sich mit der Kleinbäuerin aus. Neben Kaffee, Klimawandel und Fairem Handel kam auch das Thema der Geschlechterrollen zur Sprache. Gefragt nach der Stellung der Frau in ihrem Heimatland, erklärte Magda, dass Peru noch relativ patriarchalisch geprägt ist. Sie wünsche sich einen Wandel in der Gesellschaft hin zu mehr Gleichberechtigung, verriet die fünffache Mutter. Als starke Frau mit viel Energie und Tatendrang geht sie selbst als Vorbild voran. Denn nach einer kurzen Nacht ging es für Magda Reza und ihre deutsche Begleiterin Katrin Reincke direkt am nächsten Morgen weiter nach Rheine – zum Vortrag in der Euregio Gesamtschule.