Wir sind zu Gast bei der Kooperativen-Union ECOOKIM im Landesinneren der Elfenbeinküste, nahe der Stadt Daloa. Eine Woche lang werden wir hier den Kakaoanbau und die Arbeit der Kooperativen kennenlernen. Die Bäuerinnen und Bauern in dieser Region bauen auch Kaffee und Cashewnüsse an, aber im Mittelpunkt steht hier ganz klar der Kakao.

14 neue Kooperativen in 2014

In der Union ECOOKIM haben sich 22 Kooperativen zusammengeschlossen. Der Großteil von ihnen ist bereits Fairtrade-zertifiziert und die übrigen befinden sich im Zertifizierungsprozess.  Aminata Bamba, Nachhaltigkeitsbeauftragte von ECOOKIM, berichtet uns stolz, dass immer mehr Kooperativen in der Region sich der Union anschließen möchten. Allein in 2014 haben sie 14 neue Kooperativen aufgenommen. Warum, fragen wir uns, ist ECOOKIM so erfolgreich und warum wollen so viele Kakao Produzentinnen und Produzenten ihre Bohnen an ECOOKIM verkaufen? Bamba Mamadou, Vorsitzender von ECOOKIM erklärt uns, dass ECOOKIM vor allem in die Ausbildung der Produzentinnen und Produzenten investiert und lädt uns ein, an einer dieser Schulungen teilzunehmen.

Schulung für etwa 50 Kakao-Bäuerinnen und Bauern

Montagmorgen um 9 Uhr beginnt die Kakao-Schulung direkt im Kakaofeld. Die Kakao-Produzenten der umliegenden Dörfer nehmen zahlreich teil: Circa 50 Frauen und Männer versammeln sich im Schatten der Kakaobäume während Zagol David, Ausbilder der Kooperative ECOOKIM, das Schulungsprogramm des Vormittags auf eine Schiefertafel schreibt.

Los geht’s mit einer praktischen Aufgabe: Zagol teilt seine Schülerinnen und Schüler in 4 Gruppen ein und bittet sie, auf dem Kakaofeld nach auffälligen und kranken Kakaopflanzen zu suchen. Anhand der Fundstücke der Gruppen erklärt Zagol, um welche Krankheiten es sich handelt und welche Maßnahmen diesen Krankheiten vorzubeugen.

Als nächstes steht die Ernte auf dem Programm. Dafür desinfiziert Zagol seine Machete, damit sie keine Krankheitserreger am Kakaobaum hinterlässt. Er zeigt wie man die Schoten vom Stamm schlägt, ohne der Kakaopflanze nachhaltig zu schaden. Der Prozess der Fermentation wird ebenfalls demonstriert. Zagol lässt seine Schulungsteilnehmerinnen und –teilnehmer die wichtigsten Schritte wiederholen, damit alle sie später auf ihren Kakaofeldern umsetzen können.

Um 50 Prozent höhere Ernteerträge

Dass dies seine Wirkung hat, erzählt mir Oubda Sambo, Chef der Kooperative ECOJAD (Mitglied von ECOOKIM). In den letzten vier Jahren konnte er seine Ernteerträge um 50 Prozent steigern. Deshalb schickt er alle Mitglieder seiner Kooperative regelmäßig zu den Schulungen von ECOOKIM.

Am Ende der Schulung greift unser Lehrer Zagol noch ein aktuelles Thema auf. Er warnt seine Zuhörerinnen und Zuhörer vor dem Ebola Virus, welches im Nachbarland grassiert. Die Kooperative hat vorsorglich in allen Dörfern Wasserbottiche und Desinfektionsmittel verteilt. Zagol demonstriert, wie man sich nach jedem Händeschütteln oder vor jedem Essen die Hände wäscht und desinfiziert.

 

Wir bedanken uns im Anschluss bei Zagol, dass wir „TOUBABOU“ – so nennen die Ivorerinnen und Ivorer in dieser Region Menschen mit heller Hautfarbe – an seiner Schulung teilnehmen konnten.