Naivasha ist schnell gewachsen. Knapp 182.000 Einwohner zählt die Stadt am gleichnamigen See, um den sich der Horticultur-Sektor zentralisiert hat. Es ist eine junge Stadt, mit junger Bevölkerung – und: hoher Geburtenrate. Die Versorgung der Schwangeren war schlecht. Bis zu drei Frauen teilten sich ein Bett, Hygiene und professionelle Versorgung? Ein Manko in der Geburtsstation der geburtenreichen Region. 2007 entstand die „Friends of Naivasha“ Gruppe. Sieben Fairtrade-Farmen haben sich neben aderen zusammengetan, um an der Situation etwas zu ändern. Entstanden ist das „Friends of Naivasha Women’s Center“ – eine Geburtsklinik mit rund 100 Betten, Frühchenstation und Familenberatung. Vor allem die gebündelten Fairtrade-Prämien haben den Bau ermöglicht, allein sie trugen die Hälfte der Kosten. Seit 2013 ist das Women’s Center in Betrieb. Inzwischen ist die Klinik in staatlicher Hand. Projektmanager der Klinik James Wauttman erklärt: „Die Anschubfinanzierung war wichtig. Das ist der große Batzen für den externe Geldgeber nötig sind. Das hätte die Regierung nicht gemacht. Die laufenden Kosten, wie Gehälter, medizinischen Bedarf und Medikamente, kann sie aber übernehmen.“ Auch wenn nun der Staat eingesprungen ist – was nach wie vor passiert und was zum guten Ruf der Klinik über die Grenzen des County Nakuru hinaus beiträgt: Auch heute noch wird zusätzliches Personal – fünf Krankenschwestern, acht Pflegekräfte, sieben Reinigungskräfte– aus Prämiengeldern finanziert. Das ist auch nötig: gut 600 Babys kommen hier zur Welt: pro Monat. Vor Eröffnung der Klinik waren es um die 300 Geburten. „Die Frauen nehmen lange Wege auf sich. Wir haben sogar Frauen aus Nairobi, die hierher kommen, um ihr Baby zur Welt zu bringen“, so James Wauttman.

Des guten Rufes lautes Echo

Das Renommee der Klinik ist hoch, der gute Service hat sich rumgesprochen. So weit, dass es die Kapazitäten der Klinik sprengt. Zwar bildet das Women’s Center selbst neues Pflegepersonal aus, doch Überbelegung ist an der Tagesordnung. Die Idee: Die „Friends of Naivasha“ wollen Versorgung in den ländlichen Regionen um den Naivashasee verbessern, damit die Klinik entlastet wird. Beim „Hike 4 Health 2016“ sind meine Kollegin  Isabel und ich am Start. Wir wandern 13 km auf und entlang des Kraters des Mount Longonot. Die Teilnahmegebühr der Wandersleute fließt in die Finanzierung der geplanten 24 Stationen.