Der Runde Tisch Fairer Handel in Bayern findet zweimal im Jahr statt. Hier diskutieren die Mitglieder des Eine Welt Netzwerks Bayern – zumeist lokale Eine Welt Initiativen – aktuelle Themen  und Veranstaltungen zum Fairen Handel im Bayrischen.

Bei der letzten Sitzung des Runden Tisches am 18. Juli im Nürnberger Weltladen „Fenster zur Welt“ waren mein Kollege Benjamin Drösel und ich zu Gast. In lockerer und sehr freundlicher Runde präsentierten wir den Teilnehmern die Regelungen bei Fairtrade International für sogenannte Mischprodukte. Im Anschluss standen wir Rede und Antwort für die interessierten Nach- und Rückfragen.

Inzwischen gibt es mehr als 2.000 Fairtrade-zertifizierte Produkte aus insgesamt 19 verschiedenen Produktkategorien. Dazu gehören Kaffee, Tee, Blumen, Bananen, frische Früchte, Kakao, Zucker, Reis, Nüsse & Öle, Kräuter & Gewürze oder Baumwolle. 86 Prozent* der Produkte sind sogenannte Monoprodukte, die nur einen Fairtrade-zertifizierten Rohstoff enthalten. Beispielhaft dafür ist Kaffee, denn eine Packung Fairtrade-Kaffee besteht immer zu 100 Prozent aus Fairtrade-zertifiziertem Kaffee. Nur 14 Prozent* der Produkte sind sogenannte Mischprodukte, die aus mehreren Fairtrade-zertifizierten sowie nicht-zertifizierte Rohstoffen bestehen. Bei einer Tafel Vollmilchschokolade zum Beispiel beträgt der Anteil an Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen circa 70 Prozent. Die Schokolade enthält neben Fairtrade-Kakao und Fairtrade-Zucker auch weitere Zutaten wie Milchpulver, die nicht aus Fairem Handel stammen.

Runder Tisch Fairer Handel Bayern

Runder Tisch Fairer Handel Bayern

Generell gilt für Fairtrade-zertifzierte Mischprodukte aus dem Lebensmittelbereich folgendes:

1. Alle Inhaltsstoffe, die als Fairtrade-zertifizierter Rohstoff erhältlich sind, müssen auch Fairtrade-zertifiziert im Mischprodukt enthalten sein. Das heißt, dass bei einer Fairtrade-Schokolade nicht nur der gesamte Kakao- und Zuckeranteil, sondern ggf. auch Nüsse, Vanille, getrocknete Früchte usw. aus Fairtrade-zertifizierter Produktion stammen.

2. Das Mischprodukt muss zu mindestens 20 Prozent aus Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen bestehen. Die meisten Mischprodukte bestehen allerdings zu mehr als 50 Prozent aus Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen. Nur 1 Prozent* aller Fairtrade-zertifizierten Produkte besteht zu weniger als 50 Prozent aus Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen.

* gemessen am Gesamt-Absatz der Fairtrade-zertifizierten Produkte in 2012.

 

Fairtrade Deutschland wird bei seinen Aktivitäten in Süddeutschland im Rahmen des Programms „CSR – Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).