Dieser Frage ist Theresa Frank im letzten Jahr nachgegangen. Sie schrieb in enger Zusammenarbeit mit TransFair e.V. ihre Masterarbeit zum Thema: „Die Verlagerung von Wertschöpfungsschritten in die Kaffeeanbauregion Peru“ und ob diese eine Möglichkeit darstellen, die Einkommenssituation der Kaffeebauern zu verbessern. Im Fokus stand der Aspekt der Röstung.

Im Januar hat die Studentin (die mittlerweile den Titel M.A. trägt! – Glückwunsch) ihre Arbeit bei uns in Köln vorgestellt. Ich saß im Publikum und habe mich darüber gefreut!

Theresa kommt ursprünglich aus Coburg, lebt aber inzwischen in der Kaffeestadt Hamburg. Nach ihrem Bachelor in Kulturwissenschaften (Schwerpunkt Lateinamerika) und BWL fokussierte sie sich in ihrem Master „International Business and Sustainability“ auf nachhaltige Entwicklung. In ihrer Masterarbeit wollte sie ihre Faszination für die Länder Lateinamerikas mit ihrem Fachwissen über Nachhaltigkeit verbinden.

Von der Leidenschaft zur Masterarbeit

Als leidenschaftliche Kaffeetrinkerin begeistert Theresa sich schon lange für das Produkt Kaffee. Es interessierte sie, unter welchen Bedingungen dieses „Alltagsprodukt“ angebaut wird und welchen Weg es bis zu uns zurücklegt und wie man die Situation von Kaffeekleinbäuerinnen und Kaffeekleinbauern verbessern könnte. Genau in diesem Bereich liegt die Schnittstelle zu Fairtrade.

Zusammenarbeit mit TransFair

Anna Kiemen, Supply Chain Managerin für Kaffee bei Fairtrade Deutschland, stand Theresa tatkräftig zur Seite. Sie half Theresa, die Fragestellung ihrer Arbeit zu konkretisieren. Die beiden standen im ständigen Austausch zur praktischen Ausrichtung der Arbeit und dem geplanten Auslandsaufenthalt.

Theresas Feldstudien

Im September 2015 besuchte Theresa dann die Produzenten vor Ort in Peru. Dort arbeitete sie fünf Wochen lang eng mit Vertretern des Fairtrade Produzentennetzwerks Peru (CNCJ) zusammen.
Vorort widmete Theresa ihren Studien. Kann die Verlagerung von Wertschöpfungsschritten in die Kaffeeanbauregionen die Einkommenssituation der Kaffeebauern verbessern? Theresa hat sich auf den Schritt „Röstung“ fokussiert.

Die Ergebnisse

Basierend auf den vorhergehenden Analysen der Kaffee-Wertschöpfungskette wurde deutlich, dass zunächst von einer Exportstrategie für Röstkaffee abgesehen werden sollte. Unter anderem wurden die Produkteigenschaften von Röstkaffee, insbesondere die geringe Haltbarkeit, sowie die vorherrschenden Eintrittsbarrieren in die Absatzmärkte als ausschlaggebende Barrieren identifiziert. Der Inlandsmarkt der Anbau- und Nachbarländer bietet jedoch Potentiale. Die empirische Erhebung lieferte weitere Erkenntnisse bezüglich der Implementierung des Röstprozesses in peruanischen Kaffee-Kooperativen. Es zeigte sich, dass die untersuchten Kooperativen das Potential des Inlandsmarktes nutzen, indem sie Qualitätskaffee für den Binnenmarkt rösten und meist über eigene Vertriebskanäle absetzen. Sie überwinden größtenteils die identifizierten Barrieren, wie den Zugang zu Wissen oder die Finanzierung von Input-Faktoren. Die noch geringe, aber steigende Inlandsnachfrage wird weiter gefördert, um ein Qualitätsbewusstsein in der Bevölkerung aufzubauen. Generell konnten so bisher höhere und stabilere Einkünfte generiert sowie neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zusammen mit dem Verkauf von zertifiziertem und qualitativ hochwertigem Rohkaffee auf dem Weltmarkt kann die Produktion von Röstkaffee das Sortiment diversifizieren, die Unabhängigkeit von schwankenden Weltmarktpreisen fördern und somit die Einkommenssituation verbessern. Wie sich diese Strategie jedoch langfristig auswirkt, muss in Zukunft weiter betrachtet werden.