Die Entscheidung die Titelverleihung von Hersbruck zur Fairtade-Stadt zu übernehmen, war eine ganz bewusste, wollte ich doch erfahren, wie die erste Cittaslow Deutschlands in Sachen Fairer Handel tickt. [Cittaslow= Internationale Bewegung zur Unterstützung und Betonung von kultureller Diversität und den eigenen und speziellen Werten der Stadt und ihres Umlandes]

In rund 4 Stunden ging´s mit der Bahn von Köln nach Hersbruck – beziehungsweise „Härschbruck“ wie der Franke sagen würde – und schon war ich im Herzen der fränkischen Schweiz. Und wie ich bei meiner Ankunft gleich erfuhr, war Hersbruck zum Feiern bestens vorbereitet: Neben der Auszeichnungsveranstaltung fand in Hersbruck diese Woche auch die Kirchweih statt. So war es für die Steuerungsgruppe auch ein leichtes, die festliche Veranstaltung in das Bierzelt am Marktplatz zu legen. Zusammen mit der städtischen Blaskapelle, den McPfeffs, war der festliche Rahmen fertig gestrickt.

 

Nach dem ersten Stück der Band eröffnete Robert Ilg, erster Bürgermeister der Stadt Hersbruck, die Veranstaltung und erläuterte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern warum der Stadt die Erreichung des Titels so wichtig war undvor allem  dass der Steuerungsgruppe ein großes Lob gebührt – ist es doch auf ihre Initiative und ihr ehrenamtliches Engagement zurückzuführen, dass seine Stadt heute den Titel verliehen bekommt. Ohne die Leiterin der Steuerungsgruppe Frau Dr. Eyrich sowie den weiteren Mitgliedern Frau Kühner-Schwarz, Frau Stocker, Frau de Vries Frau Grallath, Frau Bauer und Herrn Schenkl wäre die Auszeichnung von Hersbruck zur Fairtrade-Stadt nicht möglich gewesen. Viele der Mitgliederinnen engagieren sich zusätzlich seit vielen Jahrn im Weltladen „Cocoyoc“, der seit fast 30 Jahren die Idee des Fairen Handels in Hersbruck veranckert.

In Vorbereitung auf meine Rede hatte ich die Bewerbungsunterlagen von Hersbruck genau studiert und ich muss gestehen: Hersbruck hat den Titel mehr als verdient. Alle fünf notwendigen Kriterien wurden erfüllt, meist sogar übererfüllt. Besonders beeindruckte mich das Engagement in den Herbrucker Schulen. So wunderte es mich auch nicht als die Lehrerin Sabine Reuter mit Ihren Schülerinnen und Schülern vom Paul-Pfinzing-Gymnasium die Bühne betraten und den selbstgestalteten fairen Einkaufsführer für Hersbruck dem Publikum vorstellten. Eins von vielen Beispielen, die eindrucksvoll belegen, dass der Faire Handel in der fränkischen Kleinstadt heute bereits eine feste Institution ist.

 

Ausgeklungen ist die gelungene Auszeichnungsveranstaltung dann bei strahlendem Oktoberwetter im Gasthof Michelsberg, eines von vier Gasthäusern in Hersbruck, dass mehrere Fairtrade-Produkte anbietet. Dass auch die regionale Küche in der stolzen cittaslow zu punkten weiß, konnte ich beim Genuss meines ersten Schäufeles erfahren. Ganz große Schule!

In diesem Sinne: Danke für die große Gastfreundschaft an die Hersbrucker Steuerungsgruppe und auf tolle, neue Aktionen für den Fairen Handel!