Mit dem Hope Theatre bin ich ja schon über ein Jahr in Kontakt und nach einigen Treffen mit dem Regisseur Stephan Bruckmeyer ist die Idee zu einem Stück über Fairtrade entstanden. In meinem Vorleben habe ich viele Jahre eine Theatergruppe aus Guatemala betreut, das Teatro Latinoamerikano in Köln mit aufgebaut und einige Theaterfestivals organisiert. Das hat mir alles sehr viel Spaß gemacht, aber die Arbeit für Fairtrade haben diese kulturellen Neigungen etwas beiseitestellen lassen.

Ich habe die Gruppe um das Hope Theatre auf ihrer Deutschland Tour im Frühjahr mehrfach getroffen und mit dem Regisseur einen regen Austausch zu Fairtrade Themen gehabt. Dann kam vor einigen Monaten der Vorschlag, bei der Premiere hier in Kenia mitzuspielen. Der Termin passte zu meiner Ostafrika-Reise so habe ich spontan zugesagt. Ich fand auch die Rolle als durchtriebener Schokoladenfabrik-Besitzer reizvoll bis dann vor einigen Wochen mein englischer Text kam – die drei Dialoge waren heftig: Den Farmmanager bei den Kakaopreisen runterhandeln, die Schwangerschaft mit der afrikanischen Geliebten erst leugnen und dann für die PR gezielt einsetzen und zuguterletzt eine junge deutsche Mitarbeiterin mit einer infamen Strategie beauftragen die Kinderarbeit zu kaschieren.

[Not a valid template]

Das Hope Theatre in Nairobi – Weltpremiere

Da ich erst Freitag Abend in Kenia ankam, blieb nicht viel Zeit zum proben. Aber Samstag früh waren wir fleissig und alle Dialoge standen und szenische Ideen wurden ausgefeilt. Nervös war ich natürlich, aber die Gruppe hat den alten Deutschen gut aufgenommen. Das Theater in einer nicht so guten Gegend, eher nahe an den Slums, füllte sich so langsam. Eine bunte Mischung an Zuschauern strömte in das große Theater. Viele Kinder kamen frisch vom Fussball dorthin. Das Publikum ging gut mit und kommentierte teilweise lautstark die Szenen.

Die drei Dialoge mit abwechselnden Schauspielern klappten gut. Mein englischer Text saß und mein pseudo-afrikaliebendes Shirt ebenso. Später musste ich dann – ganz politisch korrekt – noch den Kontext fairtrade zu fairtrade herstellen. Eine tolle Erfahrung rundum! Hier sehen sie einige Eindrücke von der Premiere im Theatre: