Es ist Montag, der 18. November 07.20 Uhr als Fairtrade Schools-Kampagnenleiterin Maike Schliebs in mein Auto steigt. Der erste Tag unserer Reise durch ganz Nordrhein-Westfalen zu vielen verschiedenen Schulen beginnt. Es ist der erste Tag und gleich zwei Workshops am Ernst-Mach-Gymnasium warten auf uns. Das Besondere, kaum sind wir an der Schule angekommen, wartet auch schon eine Polizeistreife mit einer Kontrolle auf uns. Als wir erklären, mit welchem Auftrag wir unterwegs sind, dürfen wir auch weiter.

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10 Tage – 9 Workshops – ganz NRW

Das Ziel der Global Education Week ist es, dass Organisationen, die im globalen Bildungsbereich arbeiten mit Workshops an Schulen gehen, und dort zu verschiedenen Themen arbeiten. Und genau das tun wir in diesem Rahmen. Das Thema von Maike Schliebs und mir, ist ganz klar – Fairtrade! Und so sind wir in Klassen in Jahrgangsstufen von der sechsten bis zur elften Klasse, sowie an berufsbildenden Schulen, diskutieren über Warenwirtschaft, Welthandel und Benachteiligung von Produzenten in den Ländern des Südens und Möglichkeiten wie ihr Leben durch Fairtrade verbessert werden kann. Weitere Infos gibt es dazu auch unter www.globaleducationweek.de

 

 

Baumwolle ist weich – Kakao riecht süßlichFotoHendrik Meisel (6)

In diesem Kontext geht es natürlich auch immer um die einzelnen Produkte, die es aus Fairem Handel zu kaufen gibt. Wir bringen immer einige Produkte mit, so zum Beispiel Baumwollzweige oder frische Kakaoschoten. Kaum ein Schüler konnte sich vorstellen, welche Arbeit es macht Kakao oder Baumwolle in einen exportfähigen Zustand zu bekommen. Umso unverständlicher erscheint den Schülern, dass Menschen, die diese Arbeit von Hand, unter der heißen Sonne Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas machen, so wenig Geld damit verdienen und teilweise vom Weltmarkt regelrecht abgeschnitten sind. Hier bringt den Schülern die persönliche Arbeit am Thema die Einsicht, wie wichtig Fairer Handel mit seinen Standards ist, welche Rolle die stabilen existenzsichernden Mindestpreise, die Fairtrade-Prämie oder auch das Verbot von Kinderarbeit spielt.

Burgsteinfurt und Ahaus – zwei Berufskollegs, die begeistern

In der letzten Woche unserer Reise sind wir in Burgsteinfurt, einem Ortsteil von Steinfurt und in Ahaus zu Gast. In beiden Berufskollegs ist das Thema „Fairtrade“ fest im Schulwesen verankert. In Burgsteinfurt werde ich mit einem Fairtrade-Kaffee begrüßt, der vom Schulkiosk stammt. Dieser wird hier vom Christlichen Jugenddorf betrieben und bietet eine Reihe von Fairtrade-Produkte an. Eine Wirtschaftsklasse betreibt einen Marktstand mit Fairtrade-Produkten auf dem Wochenmarkt und bei Veranstaltungen in der Schule. Hier wird das theoretische Lernen in der Schule mit praktischem Handeln und Wirtschaften für eine gerechtere Welt verknüpft, ein zukunftweisendes Projekt.FotoHendrik Meisel (1)
In Ahaus ist das Berufskolleg darum bemüht schnellstmöglich Fairtrade School zu werden. Fast wöchentlich finden hier Aktionen zum Fairen Handel statt. An dem Morgen, als wir da sind, gibt es Waffeln aus Fairtrade-Zutaten, Fairtrade-Getränke, einen Verkauf aus dem schuleigenen Eine-Welt-Laden, eine Aufklärungskampagne der Aids-Hilfe und vieles mehr. Mit der Gastronomieklasse arbeiten wir anschließend noch zum Mehrwert von Fairtrade-Produkten in Gastronomie und Handel, überlegen Strategien, wie die Vorteile von Fairtrade, Kunden und Konsumenten besser veranschaulicht werden können, rechnen mit Handelspannen und Einkaufspreisen und rösten am Schluss sogar selber Kaffee. Einige Betriebe, in denen die Auszubildenden arbeiten setzen bereits auf Fairtrade Produkte, wie bundesweit rund 20.000 weitere Gastronomen. Diese Betriebe haben erkannt, dass sich Engagement für Fairen Handel und der Verkauf von Fairtrade-Produkten doppelt positiv auswirken, nämlich für Konsumenten und Produzenten. Und diese Erkenntnis steht auch am Ende dieses Workshops, nachdem alle Teilnehmenden mit eigenen Händen erlebt haben, welche Arbeit es macht Produkte wie Kaffee, Kakao oder Baumwolle herzustellen. Sie sind sich einig, das dies nun auch fair entlohnt werden muss.
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Positives Fazit – eine großartige Aktion, die wiederholt werden muss!

Nach diesen zwei Wochen mit neun Terminen können wir ein positives Fazit ziehen. Viele tolle Aktionen haben wir kennen gelernt und viele engagierte SchülerInnen und LehrerInnen erlebt. Mehrere Hundert Schüler haben mit uns zum Thema Fairtrade gearbeitet und Einblicke in ein System gewonnen oder vertieft, das das Leben von mehr als sechs Millionen Menschen weltweit verbessert. Und dazu kann jeder von uns täglich ein kleines Stück zu beitragen. Egal ob als Schule, als Stadt, als Kirchengemeinde, als Firma oder als Privatperson, wir alle können die Welt jeden Tag ein Stückchen fair-bessern – Schritt für Schritt!