Unsere Reise geht weiter mit spannenden Treffen mit dem FLO Liaison Officer Emilio Rojas und dem FLO Cert Auditor Segundo Diaz. Sie erklären uns die komplexen Strukturen des Kaffeeanbaus in Peru, die derzeitigen Schwierigkeiten der Kleinbauern und die spürbaren Folgen des Klimawandels in der Region. Der Kaffeerost wütet noch völlig unkontrolliert und die Maßnahmen der Regierung greifen nur langsam. Die Situation ist alles andere als einfach. Wir nehmen das Wissen mit zu unseren Farmbesuchen:


Am Freitagmorgen besuchen wir die Finca der Familie Caso – Ein kleines Paradies mitten im Dschungel. Im Licht der Morgensonne versprüht dieser ruhige Ort eine unbeschreibliche Idylle und beim Blick in die herzlichen Gesichter von Benito, Donata, Raoul und Eliceo wird uns allen klar, dass wir heute bei besonderen Menschen eingeladen sind.

Raoul, den jüngsten Sohn der Familie, haben wir bereits in den ersten Tagen unserer Reise kennengelernt. Er ist 25 Jahre alt und  hat ein Jugend-Komitee in der Kooperative Sonomoro aufgebaut. Mit großem Einsatz versucht er den Jugendlichen im Ort den Kaffeeanbau näher zu bringen und ihnen eine Stimme zu geben. Er selbst möchte die Finca seiner Eltern übernehmen. Warum er mit so viel Leidenschaft dabei ist, ist nicht zu übersehen. Die Finca seiner Eltern ist wunderschön. Das Wohnhaus, die Küche und ein weiteres Holzgebäude sind in einem Halbkreis aufgebaut mit Blick in die Weite des Dschungels, die einzelnen Stationen für die Kaffeeernte stehen versetzt leicht bergab, von der Schälstation bis zum Trocknungslager. Ein großes Schild weist die Trennung von anorganischem und organischem Abfall aus, Strom wird durch eine kleine Solaranlage generiert. Hühner, ein Hausschwein und  ein Hund gehören ebenfalls zur Familie. Um die Finca herum wohnen Brüder und Cousins, die ebenfalls Kaffee anbauen.

Benito führt uns über seine Farm und wir erfahren mehr über die Familie. Der Verkauf ihres Kaffees über Fairtrade hat ihr Leben grundsätzlich verbessert. Doch derzeit steht die Familie vor großen Schwierigkeiten, der Kaffeerost greift auch auf ihrer Finca um sich und hat 2/3 Drittel der Ernte vernichtet. Unser Besuch bekommt eine sehr traurige Seite und Benito zeigt uns den riesigen Hang toter Kaffeepflanzen. Die Einnahmen in diesem Jahr reichen bei weitem nicht aus, alle Familienmitglieder sind bereits verschuldet und im Moment weiß niemand, wie es weiter gehen soll. Wir sind alle tief betroffen. Mut macht der Kampfgeist von Raoul.