Es ist ein Mittwochabend um 17 Uhr als ich am Driland Kolleg in Gronau eintreffe. Eigentlich sollte in einer Schule um diese Uhrzeit wenig bis gar nichts los sein – meint man. Ganz anders ist es im Driland Kolleg. Das Driland Kolleg liegt in Gronau und hat sich auf den Weg gemacht, Fairtrade School zu werden. Hier herrscht schon ein geschäftiges Treiben, denn SchülerInnen und LehrerInnen bereiten gemeinsam die Infoveranstaltung vor, zu der ich heute Abend eingeladen bin.

Driland Kolleg will Fairtrade School werden!

Die Idee dazu kam Anfang des Jahres. Mitstreiter waren schnell gefunden und schon am 11.04.2013 erfolgte die Registrierung. Allen Beteiligten und vor allem den Schülern und Schülerinnen im Fairtrade-Schulteam war klar: nun soll es schnell gehen. Es wurden verschiedene Aktionen zu Muttertag und Vatertag gestartet. Es gab einen Verkauf von Fair Trade Produkten, um in der Schule noch das richtige faire Geschenk zu kaufen. Und es sollte weiter gehen, eine Abendveranstaltung wurde geplant, zu der neben mir auch Herr Busjan, Geschäftsführer der Kaffeerösterei Niehoff eingeladen war. Mein Part an diesem Abend war es, das Fairtrade-System darzustellen und zu erklären, wie Fairtrade funktioniert und welche Kriterien für die Kampagne Fairtrade Schools erfüllt werden müssen. Herr Busjan berichtete aus der Praxis des Welthandels mit Kaffee, denn die Kaffeerösterei Niehoff röstet neben Bio-Kaffee in großen Teilen auch Fairtrade-zertifizierten Kaffee.

Dabei ergänzten wir uns sehr gut und konnten den rund 120 Gästen an diesem Abend ganz praktisch vor Augen führen, welchen Vorteil Fairer Handel für die Produzentinnen und Produzenten in den Ländern des Südens hat. Immer mehr engagierte Verbraucherinnen und Verbraucher greifen bewusst zu Fairtrade-Produkten, von denen es in Deutschland schon rund 2000 verschiedene in Supermärkten, Discountern und natürlich Weltläden zu kaufen gibt.

 

Gronau wird Fairtrade Town

Die Stadt Gronau hat sich auch auf den Weg gemacht Fairtrade Town zu werden. Dabei beschloss der Stadtrat im Frühjahr diesen Jahres einstimmig, an der Kampagne teilzunehmen und fortan nur noch Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Fairtrade-Produkte bei Ratssitzungen und im Bürgermeisterbüro zu trinken.

Das Driland Kolleg bringt sich auch in der Steuerungsgruppe der Stadt Gronau engagiert ein. Herr Richard Hoven, Lehrer am Driland Kolleg, ist Mitglied der Steuerungsgruppe, die die Geschicke rund um die potentielle Fairtrade Town Gronau lenkt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Raad berichtete von den Bestrebungen der Steuerungsgruppe und dem gegenwärtigen Stand. Sie ist sehr optimistisch, bald die Bewerbung um den Titel Fairtrade Town abschicken zu können.

 

Ein perfekter Dreiklang

Dieser Abend hat wieder einmal für mich gezeigt, wie positiv es sich auswirkt, wenn sich lokale Akteure rund um dieses Thema Fairtrade vernetzen.
Und die faire Idee hat Erfolg, darüber sind sich alle SchülerInnen, LehrerInnen und Mitglieder der Steuerungsgruppe einig – ihr Engagement für den Fairen Handel wird auch nach den Auszeichungen nicht aufhören!