Seit gestern Abend ist es offiziell: Deutschland hat mit dem Ruhrgebiet den weltweit ersten Städteverband, der im Rahmen der Kampagne Fairtrade-Towns ausgezeichnet wurde.  Ausschlaggebend hierfür ist, dass in der Großregion inzwischen über zwei Drittel der Bevölkerung in ausgezeichneten Fairtrade-Städten, Fairtrade-Gemeinden oder einem Fairtrade-Kreis wohnen.

Vertreterinnen und Vertreter dieser insgesamt 22 Fairtrade-Towns hatten sich daher am Mittwochabend im Landschaftspark Duisburg-Nord verdientermaßen feierfreudig versammelt. Nachdem sich die Kommunen des Ruhrgebiets bereits 2010 durch die Magna Charta Ruhr dazu verpflichtet hatten, bei ihrer öffentlichen Beschaffung auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten, konnte nun mit der Auszeichnung zur Fairtrade-Großregion ein weiterer Meilenstein gefeiert werden.

In besonderem Ambiente, nämlich in einer alten Werkhalle, umgeben von ehemaligen Industrieanlagen, hatten sich rund 150 Menschen zusammengefunden als um 18 Uhr Manni Breukmann das Wort ergriff. Der bekannte Fußball-Kommentator fungiert schon seit längerem als prominenter Schirmherr der Initiative Netzwerk Faire Metropole Ruhr und moderierte die Veranstaltung. Direkt zu Beginn sprach der Sportreporter den Engagierten im Ruhrgebiet eine Gratulation für das bisher Erreichte aus. Er erinnerte aber zugleich daran, dass noch einige Kommunen der Großregion in der Reihe der Fairtrade-Towns fehlen und sich hoffentlich bald der Fairen Metropole Ruhr anschließen.

Stellvertretend für viele weitere Vertreterinnen und Vertretern aus den bisher 22 Fairtrade-Towns des Ruhrgebiets betonte Dr. Ralf Krumpholz, Beigeordneter für Umwelt, Klimaschutz, Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Duisburg, in seiner Rede die Tradition des Ruhrgebiets als Region, in der faire Arbeitsbedingungen erkämpft wurden und wo sich daher auch heute viele Menschen für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen andernorts in der Welt einsetzen.

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Anschließend sprach Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien den versammelten Repräsentanten der fairen Ruhrbietskommunen auch im Namen von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft einen herzlichen Gruß, eine Gratulation und einen großen Dank für ihr Engagement aus. Natürlich ließ es sich auch Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland), nicht nehmen eine Laudatio zu halten. Hierbei erinnerte er scherzhaft daran, dass auch Menschen aus Orten, die sich im Fußball regelmäßig erbitterte Lokal-Derbys liefern, vereint sein können zur Förderung des Fairen Handels. „Glück auf!“, wünschte er daher dem „Fairtrade-Tatort“ Ruhrgebiet auf dem Weg zu „mehr Fairness im Leben“.

Dann war es soweit: nacheinander traten die repräsentierenden Gruppen der 22 Fairtrade-Kommunen der Großregion auf die Bühne zur Urkundenübergabe mit viel Blitzlichtgewitter. Abschließend wurden dann auch die Aktiven der Initiative Netzwerk Faire Metropole Ruhr, welche durch ihre beharrliche Koordinations- und Motivationsarbeit jenen Abend mit ermöglicht hatten, mit einer extra großen Urkunde geehrt. Nach einem musikalischen Zwischenspiel eines Klarinetten-Duos trat Frau Priscilla Pascoa aus den Philippinen ans Mikrofon und erläuterte die deutlichen Verbesserungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern, die durch Fairen Handel ermöglicht werden.

Zum Abschluss meldeten sich noch einmal Vera Dwors und Markus Heißler vom Netzwerk Faire Metropole Ruhr zu Wort und gaben einen Ausblick auf derzeitige und zukünftige Projekte der ersten fairen Großregion Deutschlands: das Netzwerk würdigt von nun an „Faire Kitas“, hält eine neue Ausstellung zum Thema Kinderarbeit bereit, will die faire Beschaffung weiter fördern und natürlich alle verbliebenden weißen Flecken auf der Landkarte der fairen Ruhrgebietskommunen durch entsprechendes Fairtrade-Engagement füllen. Dafür ein Dank und Glück auf!

Weitere Informationen zum Netzwerk Faire Metropole Ruhr auf: www.faire-metropole-ruhr.de