Heute waren wir bei Acprobocea zur Einweihungsfeier der neuen Verladestation eingeladen. Mit stattlichen Geldern, einem Kredit von Port International und der Fairtrade-Prämie hat die Vereinigung mitten im Nichts ein Gebäude hingestellt, das Wirtschaftsräume, ein Lager, eine Kühlkammer und eine Verladerampe besitzt. Hier kommen am Nachmittag die LKWs von den Packstationen an.

Durch ein Zufallsprinzip werden einzelne Kisten als Probe herausgezogen und es findet eine Qualitätskontrolle statt. Gewicht der Kiste, Aussehen der Bananenschale, Länge, Dicke, Reifegrad, alles muss genau stimmen. Danach werden die Kisten auf Paletten gestapelt und entweder direkt in den Container oder ins Kühlhaus gebracht. Es ist hoch professionell, denn die Banane sollte so schnell wie möglich gekühlt werden, damit sie nicht vor der Zeit reift.

Mike Ports Rede bei der Einweihungsfeier

Mike Ports Rede bei der Einweihungsfeier

Dies alles hat die Assosiacion geschaffen, damit sie für ihre Mitglieder den bestmöglichen Service bieten und der Importeur, in diesem Fall Port international, in Hamburg auch gute Ware empfangen kann. Die Mitglieder sind auf ihre neue Anlage sehr stolz, zu Recht. Daher wurde das Einweihungsfest mit der Nationalhymne begonnen, es folgten viele Reden, angefangen vom Präsidenten Jimmy Nunes, über den Vertreter von Agroideas und Mike Port. Als Einweihungsritual wurde eine Sektflasche mit einem Hammer geköpft, danach durften wir alle mit einem fingerhutgroßen Becher anstoßen. Wir wurden alle reich mit Handarbeiten aus Bananenblättern beschenkt. Die Frauen der Kooperative treffen sich Sonntags, um gemeinsam zu arbeiten und somit einen kleinen Nebenverdienst zu erwirtschaften.

Zu jedem guten Fest gehört ein leckeres Essen. Es gab Ceviche, roher Fisch mit Zitrone mariniert und mit Koriander gewürzt, und anschließend Tamales, Teigtaschen  aus Maismehl, mit Zieglein – sehr lecker. Zu Cumbia-Musik tanzten wir auf dem Ackerboden. Ein rauschendes Fest war noch lange nicht zu Ende, als wir uns schon wieder zu weiteren Dreharbeiten zurückzogen.

Morgen berichte ich euch von Manuel Aguirre, dem örtlichen Liason Officer, der uns zwei Tage auf unserer Reise begleitet. Es ist schön zu spüren, dass das Fairtrade als System eine Person vor Ort hat, die die Situation kennt und intensiv an den Problemen arbeitet – und dies gemeinsam mit den Produzenten.

Das Grüne Haus ist das Büro der Associacion. In der Wüstenlandschaft sticht der bananenblättergrüne Ton besonders hervor. So intensiv, wie Acprobocea arbeitet, glaube ich fest daran, dass in wenigen Jahren die Landschaft um das Grüne Haus ebenfalls aufgeblüht sein wird.