Wir alle haben unseren persönlichen Lieblings-Superhelden. Nicht zwingend die muskelbepackten Titanen aus dem Film Batman V Superman, der kürzlich rund um die Welt gezeigt wurde – sogar in meinem örtlichen Kino in der Dominikanischen Republik.

Es gibt andere Möglichkeiten wie Superhelden die Welt retten können. Es gibt die Öko-Krieger, die sich furchtlos an Bäume ketten, oder Öltanker blockieren. Es gibt Leute die für Gerechtigkeit in Umweltfragen kämpfen – Juristen, Aktivisten oder Gemeinde-Mitglieder, die hinter die Kulissen gucken. Es gibt Berühmtheiten wie Leonardo DiCaprio, die eigene Stiftungen haben, die sich Umweltthemen widmen, und der leidenschaftlich das Thema Klimawandel anspricht – sowohl bei den Vereinten Nationen, als auch in seiner Oscar-Rede. Und natürlich kennen wir auch Menschen in unserem näheren Umfeld, vielleicht ein Freund, der kein Fleisch mehr isst und eigenes Gemüse anbaut, recycelt und tut, was er oder sie kann, um einen Beitrag zu leisten.

Aber was ist mit den Landwirten? Stehen die auf deiner „Grüne Superhelden-Liste“?

Vermutlich eher nicht. In manchen Teilen der Welt wird Landwirtschaft mit riesigen Industrieparks assoziiert, die auf riesigen Feldern Monokulturen anbauen – mit gigantischen Traktoren, die wahllos giftige Chemikalien in die Luft schleudern.

Oft wird Landwirtschaft für die Schäden auf unserer sensiblen Welt verantwortlich gemacht. Und Landwirtschaft hat, ohne Zweifel, eine Rolle in der Zerstörung der Umwelt gespielt. Intensivste, industrielle Landwirtschaft hat Öko-Systeme zerstört, Böden und Grundwasser verschmutzt, und war die Ursache für das Austrocknen von Flüssen und Seen um eigene Pflanzen zu bewässern. Ich fange erst gar nicht an vom Klimawandel zu sprechen – Ackerbau und Viehzucht sind der zweitgrößte Faktor der globalen Treibhausgas-Verschmutzung.

Aber Landwirtschaft kann auch anders betrieben werden – eine Art Landwirtschaft, die zum Wohl und Schutz der Erde beitragen kann. Bäuerinnen und Bauern sollten nicht das Problem, sondern Teil der Lösung sein. 500 Millionen Kleinbauern weltweit – meine eigene Bananenkooperative eingeschlossen – produzieren bis zu 80 Prozent der, in Schwellen- und Entwicklungsländern konsumierten Lebensmittel. Studien haben hervorgebracht, dass kleinbäuerliche Anbauweisen die nachhaltigste und ökologischste Art der Landwirtschaft ist. Die Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen (UN), kurz SDGs (Sustainable Development Goals), bewertet Landwirtschaft als zentralen Faktoren für die Zukunft unseres Planeten. Das zweite Ziel besagt beispielsweise:

„Wenn Landwirtschaft, Fortwirtschaft und Fischereiwirtschaft richtig gemacht werden, gibt es genug Nahrung für alle und Einkommen können angemessen generiert werden. Mittelpunkt der ländlichen Entwicklung ist der Mensch und die Umwelt wird geschützt.“

Die Phrase „Wenn richtig gemacht…“ ist die, die wirklich zählt. Sich für Biodiversität und den Schutz der Umwelt einzusetzen ist unglaublich wichtig für meine Kooperative und für die Kleinbauern mit denen ich in der Dominikanischen Republik arbeite. Einerseits, setzten die Fairtrade-Standards uns hohe Maßstäbe was den Schutz der Umwelt angeht: Es gibt strenge Regeln für den Gebrauch von Pestiziden, Wasserverwendung, Bodenerosion, GVO, Biodiversität, Energieverbrauch und wir sollen unseren Kohlenstoff-Fußabdruck minimieren. Andererseits geht es um mehr als die Auferlegung von Regeln. Die Menschen verstehen, dass es auch in sozialen, ökonomischen und ökologischen Bereichen Sinn macht. Beispielsweise ermutigen wir Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Obstbäume um ihre Bananen-Anabauflächen zu pflanzen um die Bananenpflanzen vor Sturm und Wind zu schützen und gleichzeitig die Früchte als Lebensmittel zu verwerten. Sie pflanzen auch Bohnen und andere Nutzpflanzen um den Nitratgehalt im Boden zu regenerieren und den Bienen einen Lebensraum zu bieten um Honig zu produzieren, den sie auf lokalen Märkten verkaufen können.

Da sehr viele Bäuerinnen und Bauern das Land verlassen – mehr als die Hälfte der Menschen auf der Welt leben in Städten – fokussieren wir uns auf die nächste Generation der bäuerlichen Superhelden. In meiner Bananenkooperative bieten wir Jugendlichen Trainings- und Bildungangebote an um sie einzubeziehen. In der Schule lernen sie Bio-Dünger zu produzieren, dann gehen sie raus um anderen Bauern ihre Fähigkeiten beizubringen.


Klar, es sind nicht nur Bananen-Bauern. In Sri Lanka arbeiten Tee-Bauern der Fairtrade Kooperative SOFA an Bodenschutz, Aufforstung und der Minimierung ihres CO2-Fußabdrucks. Sie nutzen Teile ihrer Fairtrade-Prämie um Biodiversität voranzutreiben, indem sie Samen und Pflanzen unter den Landwirten verteilen. Vor kurzem bei der World Cocoa Conference habe ich mitbekommen, wie Kakaobauern alte Kakaoschoten als Biodünger verwendeten.

Es braucht Zeit, Mühe und Geduld – Qualitäten die wir nicht sofort Superhelden zuschreiben. Aber die Arbeit zum Schutz unserer Erde aller Kleinbäuerinnen und –bauern sowie Bauern-Familien zusammengenommen ist wirklich beeindruckend. Sie tragen vielleicht nicht ihre Unterhose über einer Strumpfhose, aber Kleinbauern haben eine Top-Platzierung auf unserer „Grünen Superhelden-Liste“ verdient. Mit unserer Unterstützung können sie die Welt retten!

Dies ist eine Übersetzung. Der Original Artikel ist auf der Webseite von Huffington Post zu finden.