7. Dezember 2015, der erste Fairtrade-Schools Kongress Baden-Württembergs findet in Stuttgart statt.

Ralf Häußler, Leiter des Zentrums für Entwicklungsbezogene Bildung, begrüßt die rund 160 Lehrer/innen und Schüler/innen, die aus ganz Baden-Württemberg angereist waren, um Erfahrungen auszutauschen, an Workshops teilzunehmen und andere engagierte Schulen kennenzulernen.

Auch Philipp Keil, der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und Maike Schliebs, Leiterin der Fairtrade-Schools-Kampagne, freuen sich über den vollen Hospitalhof und heißen die Schulen herzlich willkommen.

Andreas Stoch MdL, baden-württembergischer Kultusminister und Schirmherr der Kampagne in Baden-Württemberg, lobt das Engagement der Schüler/innen und Lehrer/innen:

„Fairtrade-Schulen sind eine Art Zukunftswerkstatt, in der Kinder und Jugendliche erproben, wie eine gerechtere Welt aussehen könnte.“

Workshops

Nach dem Grußwort von Minister Stoch fangen die Workshops an: Wie wird man eine Fairtrade-School? Wie können wir uns im Siegel-Dschungel zu Recht finden? Wie kann ich umweltbewusster konsumieren?

Fragen und Themen wie diese werden von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen zusammen erarbeitet. So wird im Workshop „Weltbewusst handeln-Kritischer Konsum“ von Schüler/innen hinterfragt, wieso man eigentlich eine Jeans für nur 15€ kaufen kann. Fazit: Auch nur ein wenig Geld mehr für diese Jeans würde schon reichen, um die Lebensumstände des Arbeiters stark zu verbessern.

Zum Mittagessen gibt es passenderweise zum Veranstaltungsort ein typisch schwäbisches Gericht: Spätzle mit Veggi-Maultaschen oder Würstchen.

 

Open Space: Jeder hat etwas zu sagen

Satt und zufrieden geht es nun in die Open-Space-Diskussionen. Egal ob Lehrer/in oder Schüler/in, ob ausgezeichnete Fairtrade-School oder sich noch in der Bewerbung befindende Schule: Jetzt können alle miteinander diskutieren und sich gegenseitig Tipps geben.

Die vierte Gruppe tauscht sich zum Beispiel über Aktionen an ihren Schulen aus:

Welche Methoden haben bei den anderen funktioniert und von welchen Aktionen lässt man lieber die Finger?

Mit gutem Beispiel voran

Viertel vor vier und das Mädchengymnasium St. Agnes, die Mooslandschule Ottersweier und die Schule Erbach stellen anhand eigener Projekte vor, wie man sich für den Fairen Handel engagieren kann.

Nun geht es weiter mit ein wenig Poesie:
Laura Gommel, Schülerin des Hellenstein-Gymnasiums Heidenheim, der ersten Fairtrade-School Baden-Württembergs, trägt einen Poetry-Slam vor.

Der Tag wird beendet mit der Tanzperformance „Eine Welt“ des Schulzentrum St. Hildegard Ulm. Unter der Leitung von Beate Herre demonstrieren die Schülerinnen und Lehrerinnen tanzend, wie Ungerechtigkeit auf dieser Welt stattfindet und wie einige die Augen vor dem Leid anderer verschließen. Ein Happy-End gibt es aber doch: Die Menschen gehen aufeinander zu, Brücken werden gebaut und der Frieden wird schließlich doch erreicht.

Die Taschen gefüllt mit Infomaterialien und fairen Nikoläusen und die Köpfe mit einem Haufen neuer Ideen, gehen die Teilnehmer/innen zurück in ihre Schulen und können dort ihren Mitschüler/innen und Kollegen/innen von einer Menge neuer Aktionsmöglichkeiten und Tipps berichten.

Die Kampagne

In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile 28 Fairtrade-Schools, 30 weitere Schulen haben sich schon beworben. Um ausgezeichnet zu werden, müssen diese Schulen ihr Engagement für den Fairen Handel durch die Erfüllung von fünf Kriterien zeigen. Durch die Gründung eines Fairtrade-School-Teams und das Aufzeichnen eines Fairtrade-Kompasses wird der Faire Handel langfristig ins Schulleben integriert. Und der Verkauf von fair gehandelten Produkten sowie die Thematisierung des Fairen Handels im Unterricht führen zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik. Und letztlich setzen sich die Schüler/innen dafür ein, den Fairen Handel durch Aktionen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Alle Informationen zur Kampagne gibt es auf www.fairtrade-schools.de