Diese Aufreihung von Städten ist meine Reiseliste der letzten zwei Wochen. Immer mehr Städte machen sich auf den Weg um Fairtrade Town zu werden. Sie engagieren sich für ethisch-korrekten Konsum und Fairen Handel in ihrer eigenen Stadt. Alle Städte haben viel zu bieten und ihr ganz eigenes Profil, was sie interessant für Bürgerinnen und Bürger und Besuchende macht.

„Fairtrade Town – als Siegel für Fairness“

So drückte es einer der Bürgermeister aus, die ich auf meinen Reisen traf. Ziel ist es, dass Profil der Stadt um diesen Aspekt zu erweitern. Andernach hat einen Geysir, mit 50-60 Metern, der höchste Kaltwassergeysir der Welt, Bad Homburg hat eine Kur und besondere „Champagner-Luft“, Oestrich-Winkel liefert den hervorragenden Wein und einen historischen Weinverladekran aus dem 18. Jahrhundert dazu und Ochtrup im nordwestlichen Münsterland war schon seit der Jungsteinzeit besiedelt. Sie alle haben gemein, dass sie ab sofort ihr Engagement für Fairtrade auch nach außen deutlich sichtbar machen wollen.

Ochtrup soll Fairtrade-Town werden, eine Initiative der kab

Am letzten Sonntag wurde ich von der kab, der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung eingeladen einen Vortrag in Ochtrup zu halten, um die Stadt auf den Weg zur Fairtrade Town zu bringen.

Auch der Bürgermeister Ochtrups, Herr Kai Hutzenlaub war vor Ort. Er unterstützt die Idee der Kampagne Fairtrade Towns und die Engagierten vor Ort. Seine Mission: „Wir bringen den Fairen Kaffee ins Rathaus!“ Ihm ist sehr daran gelegen Vorurteile abzubauen, und von der hochwertigen Qualität von Fairtrade Produkten zu überzeugen.

 

Seine Heimatstadt ist meine Heimatstadt

Während wir uns über unser gemeinsames Engagement für Fairtrade austauschen, erzählt er von einer Veranstaltung, auf der sich seine Partei auch schon immer für die Verwendung von Fairtrade Produkten starkgemacht hat – und schon vor zehn oder mehr Jahren. „Rock unterm Förderturm“ eine Benennung wie sie für eine Veranstaltung im Ruhrgebiet  erwartbar ist. In meiner Heimatstadt, dem schönen Castrop-Rauxel, immerhin siebte Fairtrade-Town in ganz Deutschland, haben wir eine ähnliche Veranstaltung – dachte ich! Es brauchte noch 10 Sekunden, bis klar war, seine Heimatstadt ist meine Heimatstadt – und das Engagement für Fairtrade und ihre Verwendung kann ich persönlich bezeugen. Denn dies gibt es bis heute – ich selber habe als Schüler, damals beim lokalen Weltladen ehrenamtlich aktiv, Fairtrade-Wein und Fairtrade-Kaffee dort mit meinem Kollegen verkauft. Und Kai Hutzenlaub war damals Vorsitzender eines Ortsvereins in Castrop, bevor er 2009 zum Bürgermeister in Ochtrup gewählt wurde.

 

Fairer Handel kennt keine Grenzen!

Nun können wir uns hoffentlich bald freuen, dass Ochtrup auch Fairtrade-Town ist. Die Idee der Fairtrade Towns, die 2000 in England entstand und seit dem weltweit Städte, Gemeinde und Landkreise motiviert ihr Engagement zertifizieren zu lassen, hat wirklich Erfolgsgeschichte geschrieben. Über 2400 Fairtrade-Towns gibt es weltweit, einige davon sogar in Ländern wie Ghana, Costa Rica, Brasilien oder Japan. Und bald schon sollen Andernach, Bad Homburg, Oestrich-Winkel und Ochtrup auch dazu gehören. Im Fall von Andernach ist übrigens schon klar, der Stadt wird der Titel „Fairtrade-Town“ verliehen, weil alle Kriterien erfüllt sind. Ich glaube bei den anderen drei Städten wird dies nicht lange auf sich warten lassen, denn sie alle sind super engagiert und gut aufgestellt, um Fairtrade-Town zu werden!