Das vergangene Wochenende verbrachte Magda Reza in der Fairtrade-Stadt Paderborn. Dort sprach sie am Samstag im Reismann-Gymnasium vor Interessierten verschiedener Altersgruppen darüber wie der Kaffeeanbau ihr eigenes Leben prägt, welche Schwierigkeiten das veränderte Klima ihr und vielen weiteren Kleinbauern bereitet und welche Projekte zur Klimawandelanpassung ihre Fairtrade-Kooperative unternimmt. Die weitgereiste Peruanerin hatte aber auch die Gelegenheit, gemeinsam mit ihrer Begleiterin Julia Holl sich die Stadt anzuschauen und einen Ausflug in die Natur zu unternehmen.

Am Sonntagmorgen nahm Magda Reza zudem an einem Fairtrade-Frühstück in einer Pfarrgemeinde teil, wozu sie die lokale Eine-Welt-Gruppe eingeladen hatte. Von den Worten des peruanischen Ehrengastes waren die knapp 50 Anwesenden so begeistert, dass sie sich spontan dazu entschieden, Magda Reza einen Umschlag mit Geld aus der Spendenkasse zu überreichen, damit sich die Kaffeebäuerin hiervon etwas Schönes als Erinnerung an Deutschland kaufen könne.

Am Montagabend stand für Magda Reza dann eine weitere Veranstaltung auf dem Plan, nämlich im Café Dreiklang in der Kleinstadt Werl. Aufgrund gelungener Einladungsbemühungen des Fairtrade-Initiativkreises Werl, welcher zugleich als Steuerungsgruppe die Bewerbung des Ortes als Fairtrade Town vorantreibt, hatte sich die hübsche Lokalität bis auf den letzten Platz mit Interessierten gefüllt. Selbst der Bürgermeister von Werl ließ es sich nicht nehmen, den besonderen Gast aus Peru zu treffen und dessen Ausführungen zu Kaffeeanbau und Klimawandel zuzuhören.


Vor Magda Rezas Vortrag und später im Wechselspiel mit ihr referierte auch ein Werler Bürger, Shahabuddin Miah, welcher vor über 30 Jahren aus Bangladesch nach Deutschland gekommen war. Anhand einer kurzen Foto-Präsentation vermittelte er Eindrücke aus dem Land am Ganges und thematisierte insbesondere die weitgehend miserablen Zustände in der dortigen Textilindustrie. Eine Verbesserung der Situation könne aber nicht durch einen generellen Boykott aller Textilien aus Bangladesch erreicht werden, sondern möglichst jeder solle durch Nachfrage nach fair gehandelter Kleidung auf die Hersteller Druck ausüben und auf diesem Wege Verbesserungen bewirken, so sein Fazit.

Ähnliches gilt für den Kaffeeanbau. Auch hier ist der Fairen Handel, wie Magda Reza ausführte, ein System, dass nicht nur den Produzenten stabilere und höhere Einkommen ermöglicht. Fairtrade unterstützt die Kleinbauernfamilien auch bei einer nachhaltigen Anbauweise und im Fall von Magdas Kooperative Sonomoro durch folgende Projekte: das Erlernen und Weitergeben von Klimaanpassungsmethoden und die Pflanzung neuer Kaffeebäume sowie Schattenbäume zu deren Schutz. Wer mehr zum Pflanzungsprojekt erfahren und es konkret unterstützen möchte, dem oder der ist ein Blick empfohlen auf die Website zum Fairtrade-Kaffee-Tag.