Es wird schon langsam dunkel, als ich am Flughafen eintreffe. Auf meiner Bordkarte steht als Reiseziel „Oslo“, denn die siebte Fairtrade Towns Konferenz findet in diesem Jahr hier statt. In diesen Tagen trafen sich in Oslo, über 150 Engagierte aus 25 Nationen um gemeinsam an verschiedenen Themen rund um Fairtrade und Fairtrade Towns zu arbeiten. Dabei gab es interessante Vorträge, zum Beispiel von Harriet Lamb – Geschäftsführerin von Fairtrade International. Sie berichtete von den Entwicklungen im Fairtrade System und von den Erfolgen. Immer mehr Konsumenten entscheiden sich weltweit für Fairtrade-Produkte und unterstützen dabei immer mehr Produzentinnen und Produzenten in den Ländern des Südens. Harriet Lamp berichtete ebenfalls von neuen Pilotprojekten von Fairtrade international. Nachdem schon seit einiger Zeit Fairtrade Gold aus Lateinamerika verkauft werden kann, wird gerade geprüft, ob dies auch für eine Goldproduktion in Afrika, z.B. Tansania möglich ist. Hier sind schon einfachste Verbesserungen in den Bereichen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit lebensrettende Maßnahmen für Mitarbeitende im Goldabbau.

Eine vielfältige große deutsche Delegation

Die deutsche Delegation bestand aus Angelika Grote, TransFair e.V und zuständig für das Freiwilligennetzwerk, Raoul Keller, Voluntär für Kampagnen bei TransFair e.V. und Jana Geerken, Assistenz Fairtrade Towns. Mit nach Oslo reisten ebenfalls einige Engagierte aus Fairtrade Städten in Deutschland. Lisa Speck, Koordinatorin in Hamburg, Alexis Schwartz, ehemaliger Korrdinator in Rostock, Iwona Wojdyla, Koordinatorin im Eine Welt Netz Werk Sachsen-Anhalt e.V., Marion Köther von der Agenda21 aus Hannover und Florence Laropp, Fairtrade Aktivistin von der Fairtrade Initiative und Fairtrade Town Saarbrücken.

Networking und Erfahrungsaustausch

Ziel einer jeden Fairtrade Towns Konferenz ist der internationale Austausch. Was sind die besten Strategien um Fairtrade in Städten bekannt zu machen? Wie kann man eine möglichst breit aufgestellte Steuerungsgruppe gründen? Wie überzeugt man seinen lokalen Supermarkt mehr Fairtrade-Produkte zu verkaufen?

Durch diesen Austausch und das Vorstellen neuer Ideen profitieren alle Teilnehmenden von den Erfahrungen, die andere Städte gemacht haben.

 

Seoul wird größte Fairtrade Stadt der Welt?!

Jinhwan Simon KIM – ein Vertreter aus Seoul berichtete von den Bemühungen Seoul zur größte Fairtrade Town der Welt zu machen. Das Engagement für Fairtrade ist auch hier überall wahrzunehmen. Einige Fairtrade-Coffeeshops verkaufen ausschließlich Fairtrade Kaffee. Wenn Seoul ausgezeichnet wird, wird sie gleichzeitig größte Fairtrade Town mit über 10 Millionen Einwohnern. Das ist fast das Doppelte der Gesamtbevölkerung Norwegens.
Mr. WonSoon Park, wurde als Bürgermeister von Seoul gewählt. Er führte die Idee des Fairen Handelns vor zehn Jahren in Süd-Korea ein, und ist gegenwärtig immer noch ein großer Unterstützer der Bewegung. Mit ihm als Bürgermeister hat Seoul die besten Chancen Fairtrade Town zu werden. Und die Bewegung wächst kontinuierlich. Im Jahr 2012 wurden für rund 7 Millionen Euro Fairtrade-Produkte in Süd-Korea verkauft, Tendenz steigend!

Fazit – großartig!

Nach drei Tagen Fairtrade Towns Konferenz lässt sich der Erfolg kaum in Worte fassen. Viele neue Ideen wurden geboren, Netzwerke geknüpft und  Erfahrungen ausgetauscht. Am Ende der Konferenz läd uns Mr. Shintaro Maki, Bürgermeister von Kumamoto nach Japan ein, denn hier findet im März 2014 die nächste Fairtrade Towns Konferenz statt.

Was uns allen deutlich wird, diese Bewegung, die rund 1400 Städte weltweit erreicht hat, ist nicht aufzuhalten. Immer mehr Städte entscheiden sich für nachhaltig-faire Beschaffung und ein öffentliches Engagement für Fairen Handel, unterstützen so Millionen Fairtrade-ProduzentInnen und ihre Familien in den Ländern des Südens. Gemeinsam können wir die Welt jeden Tag ein Stückchen fairer gestalten!