Vom 25. bis 29. November fand dieses Jahr auf dem Weingut Spiers in Kapstadt, Südafrika, die 4. Africa Fairtrade Convention statt. Die alljährliche Versammlung,  die zunehmend an Bedeutung gewinnt, wird von dem Produzentennetzwerk Fairtrade Africa organisiert. Die Convention dient als Plattform für afrikanische Produzenten (nicht nur Fairtrade-Produzenten), Händler, Politiker, Partnerorganisationen und andere Interessenvertreter mit dem Ziel, Verbesserung von Wertschöpfungsketten, Handelsbeziehungen und Handelskonditionen zu diskutieren, um letztlich die Lebensbedingungen der Kleinbauern und Arbeiter auf dem afrikanischen Kontinent zu verbessern. Heute vertritt Fairtrade Africa über 700.000 Kleinbauern und Arbeiter, die in mehr als 410 Produzentenkooperativen in 29 Ländern Afrikas organisiert sind.

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Auf dem Programm der Convention standen zweitägige Produzentenworkshops sowie erstmalig ein Business Day am letzten Tag, zu dem auch andere Stakeholder und Handelspartner eingeladen wurden. Im Vorfeld und im Anschluss der Convention casino online wurden Produzentenbesuche angeboten, über die ich separat berichte.

Zusammen mit Kollegen aus der Schweiz, Österreich, Niederlande, Kanada und Großbritannien war ich vor Ort um mich über die Belange und Herausforderungen der afrikanischen Produzenten zu informieren und den Dialog zu den Produzenten zu suchen.Es war sehr spannend, direkt mit Vertretern von Produzentengruppen zu sprechen und die zum Teil hitzigen Diskussionen zu verfolgen. Wichtige Themen waren der fortschreitende Klimawandel, von dem bereits viele Produzenten betroffen sind, der Zugang zu günstigen Krediten sowie der Unmut darüber, dass oftmals die Veredelung bzw. Weiterverarbeitung der Rohstoffe weiterhin im globalen Norden stattfindet und somit die Produzenten unwesentlich an der Wertsteigerung der Produkte beteiligt sind. Dementsprechend groß sind die Anstrengungen, die Weiterverarbeitung im eigenen Land aufzubauen und die Produkte selbst zu vermarkten, was aber aufgrund der Marktverhältnisse im Norden eine große Herausforderung darstellt.

Ein großes Potential wird daher auch im Süd-Süd Handel gesehen. Der Erfolg von Fairtrade Südafrika zeigt, dass hier eine  große Nachfrage besteht. Die Gründung der neuen Marketing Organisation in Ostafrika bestätigt den Trend. Das Fairtrade-Siegel in den Ländern des Südens noch bekannter zu machen, ist die nächste Herausforderung des Fairtrade-Systems um noch mehr Produzenten einen Markt zu verschaffen.

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