Endlich ist es soweit: die bundesweit erste Fairtrade-School wurde am 12. November offiziell ausgezeichnet. Das Erzbischöfliche Suitbertus-Gymnasium in Düsseldorf-Kaiserswerth hat sich für den Einsatz im Fairen Handel sozusagen dieses Zeugnis mit Bestnoten verdient. Auch Sylvia Löhrmann,  stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulminsterin des Landes NRW sowie Schirmherrin der Fairtrade Schools Kampagne, nahm an der Verleihung teil und zeigte sich begeistert vom Engagement der Schule.

Relativ kurzentschlossen durfte auch ich dem gelungenen Auszeichnungsevent beiwohnen und so machte ich mich am Montagnachmittag auf den Weg. Gemeinsam mit unserem Geschäftsführer Dieter Overath, der Fairtrade Schools-Kampagnenleiterin Maike Schliebs und einer gespannten Vorfreude ging es mit Zug, S-Bahn und Abendspaziergang zum Veranstaltungsort in der benachbarten NRW-Landeshauptstadt.
Als wir eine knappe halbe Stunde vor Programmbeginn dort eintrafen, wuselten schon einige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Eltern – beschäftigt mit letzten Vorbereitungen – im hübsch dekorierten und mit Infoständen bereicherten Foyer der Schule herum. Aufgrund der anfangs noch leeren Stuhlreihen dachte ich zunächst, der Abend würde wohl eher im etwas kleineren Rahmen  stattfinden. Doch schon wenige Minuten später füllte sich das Foyer bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz.

 

So waren es bestimmt über 100 Gäste, die um 18:30 Uhr den lange erwarteten Auszeichnungsabend zusammen begingen. Dieser wurde eingeleitet durch die charmante Moderation der Schülerinnen Lara Render, Cara Logsch und Francesca Hahn von der Fairtrade-AG und durch ein Saxophon-Solo des Schülers Johannes Leuschke. Hiernach sprach die Schulleiterin Frau Claudia Haupt insbesondere den Schülerinnen und Schülern (und auch zwei Lehrern) jener Arbeitsgruppe ein großes Lob aus und zeigte sich sichtlich stolz über die verdiente Auszeichnung zur Fairtrade-School.
Dass das Erzbischöfliche Suitbertus-Gymnasium diesen Titel nun als erste Schule in Deutschland tragen darf, ist insbesondere auch ein Verdienst des Schülers Benedikt Sondermann, der die Bewerbung des Gymnasiums so früh wie möglich online eingereicht hatte. Der 13.-Klässler, welcher zusammen mit Florian Ulrich aus der Jahrgangsstufe 12 auch den Anstoß zur Gründung der Fairtrade-AG gegeben hatte, ergriff als nächster das Mikrophon. Er gab den Versammelten einen Rückblick auf die bisherigen Fairtrade-Aktivitäten dieser 17-köpfigen AG sowie der gesamten Schule. Das beeindruckende Engagement des Suitbertus-Gymnasiums und auch aller anderen Schulen im Bewerbungsprozess lässt sich im Schools-Blog nachlesen.

Nach einer Einlage des Schulchors, der den Raum mit südafrikanischen Klängen erfüllte, richtete Schulministerin Sylvia Löhrmann lobende Grußworte an die engagierte Schulgemeinschaft. „Durch die Kampagne Fairtrade Schools erfahren die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Globalen Lernens praxisnah, wie kreativ und international verbindend der Faire Handel sein kann und wie wichtig es ist, über den eigenen Tellerrand zu schauen“, betonte die Ministerin.
Auch TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath würdigte in seiner Rede das Engagement der Schule und gab freimütig zu, dass Düsseldorf diese Schul-Auszeichnung nun Köln voraus hat und auch hier in der erste Liga spielt. Gemeinsam mit Frau Löhrmann überreichte er schließlich die lang ersehnte Urkunde stellvertretend an die Schulleiterin und das Fairtrade-Schulteam – ein Moment, den nicht nur ich, sondern auch viele weitere Gäste mit einem kleinen „Blitzlichtgewitter“ an Fotos festhielten. Übrigens war auch der WDR vor Ort und berichtete noch am selben Abend über die Auszeichnung.
Abgerundet wurde das abwechslungsreiche Programm durch die Einweihung des „Fair-o-mats“: ein Automat, der es von nun an den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern des Suitbertus-Gymnasiums ermöglicht, fair gehandelte Süßigkeiten zu naschen. Der Gesundheit zuliebe sei noch erwähnt, dass es natürlich auch Bananen, Fruchtsäfte und vieles mehr aus Fairem Handel gibt.

 

Und so wie die Sortimentsvielfalt und die Umsätze Fairtrade-zertifizierter Produkte weiter wachsen, wird sicherlich auch die Zahl der Fairtrade-Schools weiter ansteigen und vielleicht sogar irgendwann die Anzahl deutscher Fairtrade-Towns (schon weit über 100) übersteigen. Eine spannende, sich gegenseitig ergänzende und vor allem sinnvolle Kampagne also, die Menschen in Nord und Süd unserer Erdkugel zugutekommt und Produzenten mit Konsumenten verbindet. Denn Bildung und fairer Austausch sind die besten Mittel zur globalen Armutsbekämpfung und für eine gemeinsame nachhaltige Entwicklung.