20140928_124145Auf dem Einladungsflyer zur Auszeichnungsfeier von Weil der Stadt heißt es: „Mit dem Titel Fairtrade-Town werden Städte und Gemeinden ausgezeichnet, in denen das Engagement für den Fairen Handel besonders groß ist.“ Das möchte ich mir mal genauer anschauen und so mache ich mich am Sonntagmorgen in der Deutschen Bundesbahn auf den Weg in Richtung Stuttgart. Unterwegs lasse ich die Besucher des Cannstatter Volksfestes hinter mir und erreiche bei strahlendem Sonnenschein das geschichtsträchtige Weil der Stadt.

Bei meiner Ankunft fallen mir bereits die zahlreichen mit Fairtrade-Luftballons geschmückten Geschäfte und Cafés auf. Die Stadt zeigt Siegel: an Bäckereitüren, an Cafés und sogar auf Autoscheiben entdecke ich Stadt-typische Aufkleber „Weil der Stadt handelt fair“. Ich bin begeistert.

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Zur Eröffnung des Lukullischen Herbstfestes wird die Verleihung des Titels Fairtrade-Stadt gefeiert. Eine tolle Kulisse bietet sich mir dar: die schöne Altstadt ist gefüllt mit hunderten Gästen, vielen Ständen und auffallender Fairtrade-Dekoration. Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz verleiht an diesem Tag der Stadt den ersehnten Titel „Fairtrade-Stadt“. Er lobt das Engagement und die Aktivitäten vor Ort, denn „Fairer Handel lebt vom Handeln“. Die Urkunde für die Auszeichnung Fairtrade-Stadt nimmt Bürgermeister Thilo Schreiber entgegen. Er betont, dass dies nur der erste Schritt sei, man müsse lokal ein Zeichen für eine gerechte Welt setzen. „Wir müsset es läba´!“.

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Das Interesse für den Fairen Handel auf kommunaler Ebene ist groß. Mit Weil der Stadt hat Deutschland 290 Fairtrade-Towns. Im weltweiten Vergleich sind wir damit zahlenmäßig auf Platz 2. gerückt.

Besonders schön ist zu sehen, dass auch der Bürgermeister Ekkehard Fauth aus Bad Aidlingen anwesend ist. Er hat die Stadt beim Prozess Fairtrade-Town zu werden maßgeblich beraten und unterstützt– ein tolles Beispiel wie Vernetzung zwischen den fairen Städten stattfindet. Doch die Fairtrade-Towns Auszeichnung steht nur am Anfang eines bunten Nachmittages: Afrikanische Trommelgruppen geben ihr Können zum Besten, das Weltladenteam verkauft fair gehandelte Produkte sowie selbst kreierte Fairtrade-Stadtschokolade, Schulen und Vereine stellen ihre Fairtrade-Aktivitäten im Rathaus vor, örtliche Geschäfte öffnen ihre Türen für Besucher und das KunstForum feiert sein 20-jähriges Bestehen.

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Nach diesem prächtigen Tag geht es für mich zurück nach Köln, für Manfred Holz geht es weiter quer durch Deutschland. In seinem Rucksack trägt er bereits die Urkunden für die nächsten Fairtrade-Towns mit sich.

Wir bedanken uns für das herausragende Engagement in Weil der Stadt und freuen uns auf die künftigen fairen Kommunen!