Mit einem Stadtratsbeschlusses im Mai 2011 machte sich Jena auf den Weg zur Erlangung des Titels Fairtrade-Stadt. Seither gibt es bei städtischen Sitzungen und im Bürgermeisterbüro u.a. fair gehandelten Kaffee. Damit setzte die zweitgrößte Stadt Thüringens ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt, für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen in den Ländern des Südens.

Und sie erfüllte eines der fünf Kriterien einer Fairtrade Town. Mit der Gründung und der engagierten Arbeit einer ehrenamtlichen Steuerungsgruppe sowie dem Nachweis, dass auch im Einzelhandel und der Gastronomie, bei Schulen, Kirchengemeinden und Vereine sowie in der lokalen Medienberichterstattung der Faire Handel einen festen Platz hat, waren bald alle weitere Kriterien mehr als erfüllt. Eine beachtliche Zahl von 15 Lokalen, davon allein acht Cafeterien und Mensen des Studentenwerkes, und 26 Einzelhandelsgeschäfte bieten in Jena fair gehandelte Produkte an. Nur konsequent, dass die Saale- und Universitätsstadt Jena mit „Fairtrade-Stadt“ nun um einen weiteren Ehrentitel reicher ist. Dabei findet sie sich mit inzwischen über 100 weiteren Fairtrade Towns in Deutschland und über 1.100 weltweit in guter Gesellschaft. Die internationale Verbundenheit der Stadt wurde auch am Tag der Auszeichnung  durch eine jugendliche Tanzgruppe deutlich. Die kam nämlich aus Jenas Partnerstadt San Marcos in Nicaragua, also einem Land in dem Menschen vom Fairen Handel profitieren können.

Bei der intelligenten Verknüpfung von „Ethno-Food“ mit  regionalen Produkten als Catering und dem begeisternden musikalischen Humor des Reißer-Trios (das keine Steckdose benötigt und trotzdem gut zu hören ist) kam schnell die richtige  Stimmung auf.  Mit der Foto-Ausstellung „Faire Botschaften aus Jena“, die 21 Portraits von Jenaer Bürgern aus verschiedenen Handlungsfeldern mit einem ganz persönlichen fairen Statement beinhaltet, hat die Stadt ein ganz spezifisches Instrument der Werbung für den Fairen Handel geschaffen. Auch in den Monaten zuvor gab es schon mehrere Projekte im Rahmen der Kampagne „Faires und weltoffenes Jena“, die durch die Initiative der lokalen Steuerungsgruppe bzw. des „Forum Faires Jena“ initiiert wurden: so z.B. die Messe „NACHHALL“ – für ökologischen und fairen Konsum, Fair gehandelte Bananen beim Jenaer Firmenlauf, den Aktionstag „Fairer Handel in der Mensa“ sowie die Ausstellung „Global Denken Lernen“. Insgesamt ein bunter Reigen von kreativen und wirksamen Angeboten, von denen manch andere Stadt noch manches lernen könnte.

Gerne verlieh ich daher die Urkunde, welche Jena nun offiziell zur 100. Fairtrade Town in Deutschland macht!